Best Of 2018 Angela MUSIKMUSSMIT Rückblick

Turbulentes 2018: Ein Rückblick. Ein Ausblick. | Angela

2018 war aufregend. 2019, wir kommen!

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Text: Angela Beyer | Foto: Corinna Sauer

Was ist geschehen, liebes 2018?

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Zeit für einen Rückblick. Keine Zeit dafür scheint passender als die Weihnachtszeit. Denn nun, wo ich auf dem Dorfe sitze (saß), ohne Internet und ohne Ablenkung durch´s Großstadtgeflüster, habe ich endlich Ruhe und Zeit, entspannt zurückzublicken. Und gleichzeitig entstehen neue Ideen, was im nächsten anders, besser oder auch gleich bleiben soll. Darüber werdet ihr hier natürlich auch informiert. Denn wenn nicht euch, wen sollte es dann interessieren?

Vielleicht ist einigen von euch aufgefallen, dass wir in diesem Jahr nicht ganz so viele Beiträge, Konzertberichte und Interviews veröffentlicht haben wie die Jahre zuvor. Das liegt mit Sicherheit daran, dass wir alle es ein bisschen ruhiger haben angehen lassen. Viele von uns sind berufstätig oder studieren, hier und da begannen neue Lebensabschnitte, Jobs und Wohnorte wurden gewechselt, Prüfungen mussten geschrieben und vor allem bestanden werden. Neben all dem „beruflichen Gedöns“ gibt es auch bei uns so etwas, das sich „Privatleben“ nennt, das natürlich auch nicht zu kurz kommen darf. Bei mir ging es in diesem Jahr gehörig auf und ab, meine Motivation war mehr als einmal im Keller, den Blog am Laufen zu halten fiel mir so schwer wie noch nie zuvor. Selbst diesen Bericht zu verfassen hat mich Überwindung gekostet. Aber nun, wo ich im Flow bin, macht es Spaß, gedanklich „aufzuräumen“.

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I want my mojo back!

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Ich denke jede_r, der/die regelmäßig bloggt, stellt sich irgendwann die Frage: „Wozu das Ganze?“ Diese Frage stellte ich mir mehr als ein Mal. Tja, also wozu? Musik kann ich schließlich auch so konsumieren, dazu muss ich keinen Blog haben. Auf Konzerte kann ich auch gehen, wenn mir danach ist. Klar, ohne Blog gibt es keine Einladungen, dafür ist ein bezahlter Konzertbesuch nicht mit Aufwand im Sinne von Verfassen eines Vor- und Nachberichts verbunden.

Also, wozu der ganze Aufwand? Die Antwort war eigentlich immer klar und lag/liegt auf der Hand: Weil Musik schon immer eine große Rolle in meinem Leben gespielt hat, sowohl das Spielen von Instrumenten, der Besuch von Konzerten, das Reden über neue Band-Entdeckungen oder das Zusammenstellen von Mixtapes. Das Teilen dessen mit anderen war mir ein großes Bedürfnis und mit dem Blog habe ich mir im Laufe der Jahre das Häuschen gebaut, in dem ich es mir bequem machen konnte, um all das noch intensiver auszuleben und eben zu teilen. Doch dann war mein Mojo weg. Warum?

Was ich vielleicht lange ignoriert habe, war der Druck, der sich langsam von allen Seiten aufgebaut hat. Oder anders gesagt, der eigene  Anspruch, allen und allem irgendwie gerecht zu werden, hat auf Dauer immer mehr gestresst: Konzerteinladungen wahrzunehmen, Tour-Präsentationen und Verlosungsangebote anzunehmen,  Bands zu supporten, die individuellen Wünsche aller im Team zu erfüllen.

Beiträge schreiben sich schließlich nicht von alleine, Mails möchten gelesen, sortiert und im besten Fall beantwortet werden, das Team hat Fragen und Wünsche, die beantwortet und erfüllt werden sollen, die Social Medias wollen ständig gefüttert werden. Ich hatte das Gefühl, den Fokus zu verlieren. Neben all der Koordination bin ich kaum noch dazu gekommen, selber zu schreiben und euch meine neusten Entdeckungen zu präsentieren.

MUSIKMUSSMIT stand eigentlich immer für den Support kleinerer Bands, die aktuell kaum jemand kennt. Davon sind wir im Laufe der Zeit immer mehr weggerückt.

Während ich den Spagat zwischen Lohnarbeit, Privatleben, Lustlosigkeit und Blog ausführte, sinnierte ich darüber, wohin die Reise mit MMM gehen soll. Ob sie überhaupt weitergehen soll. Wie es sich entspannt angehen lässt. Und schlussendlich bin zu einem zwar nicht in Stein gemeißelten, aber meiner Ansicht nach zu einem zufriedenstellenden und motivierenden Ergebnis gelangt.

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Was ist neu?

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Immerhin habe ich es im Laufe des Jahres geschafft, die ein oder andere dicke Seite aufzubauen. Die Tourdaten-Seite wächst, alle aus unserer Sicht relevanten Alben bekommt ihr auf unserer „Neue Alben“ Seite, unsere Livesession-Videos in der Übersicht bekommt ihr hier, eine Konzertübersicht für anstehende Konzerte in Berlin gibt es natürlich auch sowie eine Auflistung aller Ticket-Verlosungen und erst kürzlich haben wir unsere „Über uns“ Seite aufgefrischt. Wir stellen uns dort ein bisschen genauer vor.

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Was wird geschehen, liebes 2019?

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Genug gejammert. Ich habe richtig Lust auf das neue Jahr. Mit weniger Druck und Stress, dafür mit mehr Energie. Zuerst einmal möchte ich wieder zurück zu jenen „kleineren“ Bands. Hausbesuche mit Videosessions und Interviews möchte ich verstärkt angehen. Euch per Instagram-Story live dorthin mitnehmen. Außerdem habe ich erkannt, dass ich nicht mehr so viel Zeit vor dem Rechner sitzen möchte. Da kommt mir der Fokus auf die Hausbesuche natürlich sehr gelegen. Daher wird es in Zukunft eher weniger Beiträge zu lesen geben, die sich aber wieder mehr mit Newcomer_innen beschäftigen werden. Das ist das Kernding. Wenn es die Zeit zulässt, möchte ich öfter mal kleinere Beiträge mit dem „neusten heißen Scheiß“ raushauen.

Wir hatten schon immer ein Auge auf queere und feministische Themen, das wird auch in diesem Jahr so bleiben. Was sich ändert, ist der kritischere Blick auf Festival-Line-Ups. Wir werden definitiv keine Festivals (mehr) supporten, die sich mit nichts anderem als einer Pimmelparty zufrieden geben. Ich denke, die Debatten habt ihr mitbekommen. Eine Anfrage habe ich aus genannten Gründen bereits abgelehnt.

Es liegen noch ein paar größere Projekte auf Eis, die in diesem Jahr aufgetaut werden sollen. Darauf brenne ich, bin dabei aber auf die Unterstützung des wundervollen Teams angewiesen. Wir werden sehen, was sich davon tatsächlich umsetzen lässt. Alles kann, nix muss.

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Schöndank!

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Zu guter Letzt möchte ich mich bei all jenen bedanken, die MMM ihre Aufmerksamkeit schenken. Das seid natürlich ihr, die uns hier besuchen, Kommentare und tonnenweise feinsten Senf dalassen. Ich möchte allen im Team danken, die unermüdlich Konzerte besuchen, um anschließend darüber zu berichten und auch sonst ganz gerne mit heißen Newcomer_innen um die Ecke kommen.

Vielen Dank auch diejenigen, die uns mit informativen (und gut strukturierten, hell yeah!) Mails und neuer Musik versorgen und uns zu Konzerten einladen! Auch, wenn wir nicht immer antworten (können), wir sind glücklich darüber und wissen um dieses Privileg. Ich danke Matthias H. für die Telefonate und die vielen nützlichen Tipps, ich hoffe, dir geht es gut! Und natürlich gilt der Dank allen Freund_innen, die uns – wie auch immer – bei allem unterstützen. Ach ja, alle, die sich bisher noch nicht angesprochen fühlten: danke, eine Tube Senf auf euch!

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Best Of Konzerte 2018

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Mein Konzertjahr war eher dürftig. Ich muss gestehen, dass mich von den paar Konzerten, die ich besuchte, kaum eins so richtig aus den Socken gehoben hat. Daher kann ich an dieser Stelle keine Best-Of-Liste mit Ranking zusammenstellen. Ich möchte jedoch folgende Konzerte nicht unerwähnt lassen:

Sohn im Huxleys Berlin. Mit seinem zweiten Werk „Rennen“ hat er auch live bewiesen, dass seine Musik und die Inszenierung dieser genial ist. Dieser Auftritt hat die Live-Performance damals im Heimathafen Neukölln um Längen geschlagen.

Dillon im Heimhathafen Neukölln. Ich kannte nur einige ihrer Lieder, war umso mehr überrascht, wie elektronisch und tiefgehend der Sound, wie mysteriös und grazil ihr Auftritt war.

MØ im Astra Berlin. Ich liebe sie einfach. Fluffiger Elektro-Pop, der gute Laune macht, ob man will oder nicht.

Black Honey im Cassiopeia Berlin. Melodische Rockmusik, charismatische Sängerin, wir werden noch mehr von dieser Band hören!

Anna Calvi auf dem Rolling Stone Weekender Festival. Ich würde sagen, bestes Konzert 2018. Wer die Chance hat, diese Frau einmal live erleben zu können, sollte sie definitiv ergreifen. Eine Diva, die kaum besser mit Gitarre und Kaugummi im Mund aussehen könnte.

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Best Of Alben 2018

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Bei den Alben geht es mir ähnlich. Es gibt viele, die ich gerne und immer wieder anhöre, nur stammen diese nicht immer aus diesem Jahr. Dass ich euch hier keine überzeugende Platz 1 – 20 zeigen kann, liegt mit Sicherheit auch an meiner vergangenen Faulheit, mich intensiv mit den neuen Alben zu beschäftigen. Ein paar Alben haben es dennoch in meine, nennen wie sie „liebsten Alben 2018 Liste“, geschafft.

Alben 2018

Khruangbin – Con Todo Del Mondo (26.01.2018)

Leyya – Sauna (26.01.2018)

Rhye – Blood (02.02.2018)

Geowulf – Great Big Blue (16.02.2018)

Moglebaum – Grown Heart (16.02.2018)

Gundelach – Baltus (16.03.2018)

Andrew Applepie & Bjurman – Andrew Applepie & Bjurman EP (16.03.2018)

Her – Her (30.03.2018)

Bishop Briggs – Church Of Scars (20.04.2018)

Janelle Monáe – Dirty Computer (27.04.2018)

Tove Styrke – Sway (04.05.2018)

Father John Misty – God’s Favorite Customer (01.06.2018)

King Princess – Make My Bed EP (15.06.2018)

Jorja Smith – Lost & Found (22.06.2018)

Florence + The Machine – High As Hope (29.06.2018)

Sophie Hunger – Molecules (31.08.2018)

Black Honey – Black Honey (21.09.2018)

Cloves – One Big Nothing (28.09.2018)

Parcels – Parcels (12.10.2018)

– Forever Neverland (19.10.2018)

Anderson.Paak – Oxnard (16.11.2018)

City and Colour – Guide Me Back Home (07.12.2018)

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Entdeckungen 2018

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Ein paar Bands von übermorgen habe ich auch entdeckt. Bis auf Geowulf, Bishop Briggs und Sampha The Great hatten wir allen einen Artikel gewidmet.

  • Geowulf
  • King Princess
  • Cloves
  • Gundelach
  • Leyya
  • Sampha The Great
  • Bishop Briggs

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