Zwischen zwei Welten: Beach House live in Berlin | Review

Beach House live in Berlin 2018
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  • Beitrag zuletzt geändert am:18. Mai 2021
  • Beitrags-Kategorie:Konzertberichte / Musik
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Beach House am 02. Oktober 2018 live in Huxleys Neue Welt in Berlin | Support: Sound of Ceres
Text und Fotos: Isabel Zech

Victoria Legrand und Alex Scally haben gerade ihr erstes Deutschlandkonzert in Köln hinter sich als sie ein Tag vor dem Tag der Deutschen Einheit in Berlin auf der Bühne stehen und ihr neustes Album präsentieren. An diesem Abend trifft sphärischer Dream Pop auf eine ruhige, melancholische Atmosphäre im Huxleys.

Den Auftakt am Abend geben Sound of Ceres mit einer Laserstrahl-Show, bei der ihr Sound eher eine begleitende Rolle spielt. Hypnotisiert vom Lichtstrahl, der inmitten der dunklen Bühne die volle Aufmerksamkeit auf sich zieht, bewegt sich Sängerin Karen Hover grazil und tänzerisch mit dem Laserstrahl auf der Bühne hin und her und beamt den Saal in ein einen anderen Raum.

Während Dream Pop mit psychedelischen Elementen zur Bühnenshow gespielt wird, hebe ich mit meiner Holunder-Bionade leider nicht so wirklich ab. Mir ist die Musik der Band ein bisschen zu abstrakt, aber vielleicht muss man dem Ganzen nochmal eine Chance geben. Trotz alledem sind Sound of Ceres wahrscheinlich die ideale Vorband für den Hauptact des Abends und stimmen das Publikum geradezu perfekt auf Beach House ein – lange haben wir gewartet.

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Kurz nach 21 Uhr treten Beach House dann endlich ohne große Ankündigung auf die Bühne und liefern ein paar ihrer neusten Songs aus dem aktuellen Album „7“ ab. “It‘s a special day for you tomorrow so – do whatever you want“, rät Sängerin Legrand dem Publikum und erspielt sich danach den verdienten Applaus. Nach Sound of Ceres machen Beach House beim sphärischen Sound weiter und setzen mit „Space Song“ noch einen drauf. „Myth“ regt nun auch die obersten Ränge an aufzustehen und mitzuschwingen und bei „Lemon Glow“ steppt jetzt endlich auch jedes zweite Bein mit.

Während Legrand im dunklen Licht und hinter ihrer mächtigen Mähne verträumt hin und her schwingt, verschwimmt der Raum in eine melancholische Stimmung. Beach House schaffen mit ihrem psychedelischen Dream Pop eine gewisse Distanziertheit, ganz anders als Musikerkolleg_innen wie Wild Nothing oder Deerhunter. Weit weg aber dennoch greifbar – eben zwischen zwei Welten. In diesem Moment scheint es für alle okay zu sein, dass sich diese Musikrichtung „Dream Pop“ schimpft.

Beach House live in Berlin 2018

 

„Show your face“ ruft irgendwann ein Fangirl von der Tribüne herunter. „I don’t know what you always want with my motherfucking face“ gibt es daraufhin nur zurück von der lachenden Frontfrau Legrand, deren Gesicht den Abend über hinter ihrer dichten Mähne verborgen bleibt. Mit einer gewissen Distanz, aber mit unfassbar viel Liebe verabschiedet sich die Band von ihrem Publikum im Huxleys an der Hasenheide nach fast zwei Stunden wieder. Der letzte Song ist im Gegensatz zum Anfang ein mächtiges Becken-Crescendo von Drummer James Barone, der dem Auftritt die letzte Würde erteilt.

Ein Ausflug ins Huxleys hat sich an diesem verregneten Dienstagabend abermals gelohnt. Es ist noch Größeres zu erwarten von der Band aus Baltimore, die noch bis Ende Oktober in Europa auf Tour sind.

Isa

Nach jahrelanger fanatischer Fokussierung auf Punkrock und Indie-Rock kam ich irgendwann auf den Geschmack auch mal etwas Anderes zu hören. Seitdem bin ich offen für Neues, wie im Moment für HVOB, alt-J, Rampue, Local Natives, Flume, Ten Walls, KYTES, Warpaint und The Vaccines. Und wenn schon keine Musik mache, dann am besten drüber schreiben. Auf zum Festival und ran an die Tasten!

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