Vorgestellt: Dave Eleanor aus Zürich | Interview

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Bereits vor einer ganzen Weile meldete sich Dave Eleanor bei uns, um uns darüber zu informieren, dass seine EP „Naked and Nicotine“ im Februar 2015 erscheinen wird. Kurz reingehört, sofort überzeugt gewesen. Und nun endlich, tataaaaa, möchten wir Euch diesen begabten Künstler aus Zürich ein wenig genauer vorstellen. Beziehungsweise – wird er Euch anhand eines Interviews mehr über sich und seine musikalische Entwicklung verraten.

Ich bin schwer begeistert von der Mischung aus entspannten und gleichzeitig treibenden Beats. Melodiös, deep und wunderbar arrangierte Klänge machen seine Musik zu etwas ganz Besonderem. Tanzbar und gleichzeitig faulenzbar (=rumliegen und entspannen, höre: „No Tomorrow“). Mein absoluter Favorit ist „Upstairs“ von der 2012 erschienenen EP wake.ep.

Hoffen wir, dass Dave seine Prophezeiungen wahr macht und in absehbarer Zukunft in Berlin vorbeischaut, um uns mit einem Live-Set zu beglücken! Live kann ich mir das alles nämlich sehr gut vorstellen.

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Einleitung: Angela | Fragen (per Mail): Corinna | Beitragsbild: Nathalie Brechbühl

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Seit wann gibt es Dein Projekt „Dave Eleanor“ bereits und wie ist es entstanden?
Dave Eleanor gibt es jetzt drei Jahre – ich habe zuvor in einigen Formationen gespielt und bin dann dem Bedürfnis nachgekommen, in meinem eigenen Tempo mit meinen eigenen Ideen und Vorstellungen dieses Projekt zu verwirklichen. Seither gab es 4 EPs, etliche Remixes und DJ-Mixes und natürlich ein sich stetig entwickelndes Live-Set.

Hast Du dich schon immer für elektronische Musik interessiert? Wo liegen Deine musikalischen Wurzeln?
Die elektronische Musik hat bei mir mit Drum&Bass vor vielleicht acht Jahren Einzug gehalten. Vorher habe ich viele Songs auf der Gitarre und dem Klavier geschrieben, und mit akustischen Bands umgesetzt. Ich habe zudem klassische Musik studiert und bin immer noch sehr davon angetan und inspiriert. Es gibt natürlich ein großes Interesse an der aktuellen elektronischen Szene, gleichzeitig höre ich privat sehr viel Pop, aber auch klassische Musik und Jazz ist täglich ein Thema. Ich denke, dadurch dass ich mit englischer Bass-Musik in die Elektronik gestartet bin, habe ich auch heute noch das starke Flair zu dieser Sound-Ästhetik, auch wenn viele andere Einflüsse dazugekommen sind.

Deine Musik ist energetisch und gleichsam sphärisch. Man kann in ihr sowohl versinken als auch dazu tanzen. Wie empfindest Du selbst Deine Live-Auftritte, bei denen Du die Reaktionen des Publikums direkt miterlebst?
Inzwischen habe ich gut 2,5h Material, ich kann mich also dem Event und Geschehen anpassen. Es gibt Orte, wo wir als Live-Act sehr technoid spielen, aber auch Events, wo wir spährischer und poppiger wirken. Inzwischen, auch durch das erweiterte Live-Set mit einem Drummer und Video-Artisten, ist viel mehr möglich und wir können auf das Publikum mehr oder weniger direkt eingehen. Die Feedbacks sind durchgehend positiv, auch weil wir eine Mischung aus dem typischen Live-Elektronik-Act und einer Band sind, was hier in Zürich nicht allzu üblich ist.

Du bist Komponist, Produzent, Sänger und Instrumentalist. Gibt es Bereiche, in denen Du mit anderen Musikern arbeitest und gibt es andere, die Du in keinem Fall aus der Hand geben würdest?
Live ist sehr viel möglich – ich träume seit längerem von einer großen Band. Die Aufstockung des Line-Ups mit Drummer und Videokünstler war schonmal ein erster wichtiger Schritt und seither macht das Live-Spielen viel mehr Spaß. Bei der Produktion sehe ich keinen Platz für einen zweiten Kopf, ich habe da zu sehr meinen eigenen Workflow und setze die Ideen auch gerne alleine um. Dies gilt für das Projekt ‚Dave Eleanor‘ – bei anderen Projekten bin ich nach wie vor sehr offen und da sind auch Sachen in Planung.

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Du lebst und arbeitest in Zürich. Wie würdest Du die Szene für elektronische Musik dort beschreiben?
Die Szene ist lebendig und für die Größe der Stadt auch einigermaßen groß. Allerdings ist das Club-Publikum und damit auch die meisten Betreiber und DJs auf einem gewissen Sound festgefahren, für experimentellere Musik-Stile ist nur wenig Platz. Ich wünschte mir ein offeneres Booking und den Mut, die Leute zu überraschen. Orte, wo dies passiert, gibt es, aber sie agieren im Underground.

Was inspiriert Dich abgesehen von Musik?
Sehr viel, ich ertappe mich echt oft dabei, in irgendwelchen Situationen an eine musikalische Umsetzung zu denken. Ich glaube auch, dass man meinen Lebensstil, mein Umfeld, meine aktuelle Situation sehr stark in meiner Musik wahrnimmt. Ich transportiere auch gerne Bilder durch meine Musik. Ob diese dann auch so interpretiert werden, lasse ich offen. Ein kleiner Hinweis sind oft meine Artworks, mein Auftritt und die Titel und Texte.

Deine neue EP „Naked and Nicotine“ ist vor Kurzem erschienen. Was sind Deine nächsten Pläne?
Ich bringe in gut zwei Monaten eine neue EP raus (Infos folgen), mein Live-Set wird stark überarbeitet und wir planen eine Video-Live-Session, um die Konzert-Situation für die Booker etc. klarer zu machen. Bis Ende des Jahres sind das meine Pläne, dann komme ich 2016 für ein halbes Jahr nach Berlin und versuche etwas Fuß zu fassen. Ich habe in dieser für mich neuen Stadt einfach nur Zeit zu produzieren und werde mir die größte Mühe geben, einen qualitativen Output zu generieren.

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Dave Eleanor live – Foto: Gaigg Fotografie

Gibt es noch etwas, das Du mit den Leser_innen teilen möchtest?
Ich habe Freude, wenn man sich meine Musik anhört, sie teilt, Rückmeldungen gibt und zu meinen Gigs kommt. 2016 gibt es diese dann bestimmt auch in Berlin, also: aktualisiert bleiben und be aware! Ich freue mich auf euch!

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Termine:
09.10.2015 provitreff, zurich (live)
15.10.2015  la catrina, zurich (live)
24.10.2015 talhof, st.gallen (live)
06.11.2015 kauz, zurich (dj-set)
12.11.2015 kauz, zurich (live)
21.11.2015 neubad, luzern (dj-set)
27.11.2015 kegelbahn, luzern (dj-set)
18.12.2015 u5, zürich (live)

Veröffentlichungen:
Naked & Nicotine (2015)
Dangerous EP (2013)
wake.ep (2012)
wait.ep (2012)

 

Angela

Ich mag Serien (Narcos, Ozark, Better Call Saul, The Crown, House Of Cards, Bloodline) das Tempelhofer Feld, mein Longboard, Flughäfen, Portugal, Senf, Jogginghose, Erdnusslocken, ausschlafen, frühstücken, euch und natürlich Musik. Hier kann ich euch Shura, Rhye, Rival Sons, Royal Blood, HÆLOS, MØ, Banks und SOHN ans Herz legen. Ich mag auch vieles nicht - z. Bsp. Fisch, vollgestopfte U-Bahnen oder kalte Füße.

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