Yalta Club Tourdaten 2016

Gute Laune Pop und Veränderung: Yalta Club | Neue EP „ΜΙΔΑΣ“ + Tour

Corinna und ihre fünf französischen Jünglinge

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Text: Inken, Fragen Interview (schriftlich): Angela, Foto: Akatre

Falls man an Schicksal glaubt, dann war es wohl genau das, als sich Corinna Krome, Sängerin von Yalta Club und die restlichen fünf männlichen, späteren Bandmitglieder, vor fünf Jahren zufällig in dem Pariser Park Cité Universitaire trafen. Seitdem feilten sie an fröhlichen Indie-Pop-Klängen und brachten 2013 ihr erstes Album heraus, welches an einem grauen Regenwettertag spätestens nach 2 Songs die miese Laune vertreibt. Aber auch ein paar ernstere Texte sind auf der Platte zu finden.

Yalta Club beantworteten uns einige Fragen und erzählten dabei, wie sich das neue Album anhören wird: „Bei dem 2. Album sind nun die Tempi langsamer,  gediegener, die Atmosphäre schwerer, die Texte tiefgründiger. Wir sprechen über aktuelle Themen, die uns am Herzen liegen und das spiegelt sich auch in der Musik wieder.“ Kurz nach den Anschlägen auf Charlie Hebdo schrieben sie den Song „Love“, jetzt veröffentlichten sie die Single „The Door“. Am 08. April 2016 erscheint in Frankreich die erste EP unter dem Namen « ΜΙΔΑΣ » (Midas). „Sie erzählt die Geschichte eines Eldorados, das zu einem goldenen Käfig geworden ist – von einem Traum, der sich zum Albtraum wandelt. Wir haben uns von der Legende des König Midas inspirieren lassen, weil wir in der Geschichte einen schönen Metapher für die heutige Welt gesehen haben: Der König kann alles in Gold verwandeln, das er berührt und wird am Ende durch seine eigene Maßlosigkeit und Hybris in den Ruin getrieben wird“, so Yalta Club.

Woher kommt der neue Sound?

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Das nächste Album wird mit Sicherheit einiges zu bieten haben. „Wir haben uns ziemlich u. a. von LCD Soundsystem inspirieren lassen und hatten das große Glück mit zwei super Produzenten zusammenzuarbeiten: Florent Livet – Binom von Zdar beim Album Wolfgang Amadeus Phoenix – und Pavle Kovacevic – Arrangeur von My God Is Blue von Sébastien Tellier. Unsere neuen Singles sind von Klängen aus der ganzen Welt verziert: Latino-Percussions, Surdo, Balafon, westafrikanische Chöre, indianischer Gesang, indische Tablas, Juno, Jupiter 8 usw. Bei all diesen klanglichen Versuchen (akustisch wie elektronisch), haben wir versucht eine einzigartige Textur zu finden. Und wir hoffen, dass wir sie finden konnten.“

Am 6. März 2016 gibt es davon eine Kostprobe im Badehaus Szimpla und ich werde berichten.

Wann? 06. März 2016 // 19 Uhr
Wo? Badehaus Szimpla
Wie viel? Ca. 14 €

Tourdaten:
05. März 2016 – Haekken, Hamburg
06. März 2016 – Badehaus Szimpla, Berlin
07. März 2016 – Studio 672, Köln
08. März 2016 – Orange House. München
10. März 2016 – Cervo, Zermatt, Schweiz
11. März 2016 – Cervo, Zermatt, Schweiz
12. März 2016 – Ride On Music, Schönried, Schweiz
24. März 2016 – Le Ferrailleur, Nantes, Frankreich

 

Diskografie:
2012 – Highly Branded (EP)
2013 – Yalta Club

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Lest hier das vollständige Interview:

Stellt Euch denen, die noch nicht von Euch gehört haben, doch einmal kurz vor:
Moin Moin zusammen, wir sind Yalta Club, eine Band aus Frankreich und Deutschland. Wir sind 6 Freunde, die nun seit 5 Jahren zusammen Musik machen. Wir haben vor 2 Jahren ein erstes Album rausgebracht und sind jetzt dabei die Release unseres 2. Albums vorzubereiten. Wir können es kaum erwarten wieder auf Tour zu sein – Ab dem 5.3. ist es so weit!!!

Fünf von Euch kommen aus Frankreich, eine von Euch kommt aus Deutschland – wie und wann habt Ihr zusammengefunden?
Wir haben uns vor mittlerweile fünf Jahren zufällig in einem Park getroffen. Ich bin in Paris in dem Park Cité Universitaire joggen gewesen und habe die Jungs mit ihren Gitarren an mir vorbeigehen sehen. Da hab ich sie einfach angequatscht und seitdem sind wir unzertrennlich.

Eure Musik klingt nach purer Lebensfreude – wie würdet Ihr das, was Ihr macht, selbst beschreiben?
Das erste Album war auf jeden Fall in diesem Sinne Happy Indie Pop, aber das zweite wird euch sicherlich überraschen! Wir haben uns musikalisch und persönlich sehr weiterentwickelt in den letzten Jahren und haben jetzt eine breitere Palette an Emotionen parat. Das erste Album hat noch mit Widersprüchen zwischen fröhlicher Musik und ernsten, sich der Welt bewussten und doch distanzierten Texten gespielt. Bei dem 2. Album sind nun die Tempi langsamer, gediegener, die Atmosphäre schwerer, die Texte tiefgründiger. Wir sprechen über aktuelle Themen, die uns am Herzen liegen und das spiegelt sich auch in der Musik wieder.

Welche Instrumente kommen zum Einsatz?
Hui, ganz schön viele… Wir haben uns ziemlich u.a. von LCD Soundsystem inspirieren lassen und hatten das grosse Glück mit zwei super Produzenten zusammenzuarbeiten: Florent Livet – Binom von Zdar beim Album Wolfgang Amadeus Phoenix – und Pavle Kovacevic – Arrangeur von My God Is Blue von Sébastien Tellier. Unsere neuen Singles sind von Klängen aus der ganzen Welt verziert: Latino-Percussions, Surdo, Balafon, westafrikanische Chöre, indianischer Gesang, indische Tablas, Juno, Jupiter 8 usw. Bei all diesen klanglichen Versuchen (akustisch wie elektronisch), haben wir versucht eine einzigartige Textur zu finden. Und wir hoffen, dass wir sie finden konnten.

Euer Song „Love“, den Ihr kurz nach den Anschlägen auf Charlie Hebdo geschrieben habt, geht derzeit (zurecht) durch die Decke. Wie fühlt es sich an, diesen Song live zu performen?
Wir haben das Lied noch nicht oft live gespielt, erst zwei mal und vor allem noch nie in Deutschland – Aber wir freuen uns riesig drauf. Was krass ist und einer der Gründe, warum wir LOVE spontan nach den letzten Anschlägen verschenken wollten, war, dass wir in den Proben oft sehr sehr emotional geworden sind als wir ihn gespielt und gesungen haben. Es war irgendwie befreiend und auch immer unglaublich traurig schön ihn zu spielen. Unsere eigene kleine Revolte gegen alles, was grad so schlecht läuft in der Welt.

Erzählt uns doch ein bisschen über die Pariser Musikszene. Wie sieht´s zum Beispiel mit Vernetzung aus? Habt Ihr das Gefühl, dass es viele internationale Bands/Musiker_innen nach Paris zieht?
Wir treffen uns oft mit anderen Musikern. Gerade wenn man im Studio ein Album aufnimmt oder bei einem Label ist (wie wir bis letztes Jahr bei Atmosphériques) trifft man immer wieder die gleichen Gesichter. Es ist schon eine kleine Familie in Paris und jeder kennt jeden. Aber es gibt so viele Bands und neue Musiker, dass es schwer ist mitzuhalten. Da müsste man schon jeden Abend weggehen und ganz viele „Apéros“ machen. Aber das ist natürlich ´ne schöne Aufgabe! Wir sind grad zusammen im Tourbus und unterhalten uns darüber, ob viele internationale Bands nach Paris ziehen: wir haben nicht den Eindruck. Es ist bissl paradox: Paris ist eigentlich viel zu teuer für jeden Musiker, aber hier spielt sich alles ab, d.h. man ist fast gezwungen hier zu wohnen. Wir wohnen allerdings alle in den banlieus…

Was hat Paris für Musikschaffende zu bieten, das andere Städte nicht haben?
Man muss bezahlen, um irgendwo spielen zu dürfen. Aber in Frankreich an sich gibt es das super System der Intermittence – eine Art Künstlerhilfe, die es einem ermöglicht, von der Musik zu leben. Wenn man den Status hat (der schwer zu bekommen ist als Band), hat man wirklich Freiraum zu komponieren und zu kreieren.

Welche französisch singenden Bands sind gerade in Frankreich angesagt und sollte man unbedingt auf dem Schirm haben?
Christine and the Queen
La Femme
Le Grand Blanc
Mansfield TYA
Feu Chatterton

Nennt uns bitte Eure 5 All Time Favorite Alben.
Reflektor – Arcade Fire
2001 – Dr. Dre
Velvet Underground and Nico
Otis Redding – The Dock of The Bay
David Bowie – The Rise and Fall of Ziggy Stardust

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Wann dürfen wir mit einem neuen Album/EP rechnen?
Am 8.4.16 kommt eine erste EP « ΜΙΔΑΣ » (Midas) in Frankreich raus. Sie erzählt die Geschichte eines Eldorados, das zu einem goldenen Käfig geworden ist – von einem Traum, der sich zum Albtraum wandelt. Wir haben uns von der Legende des König Midas inspirieren lassen, weil wir in der Geschichte einen schönen Metapher für die heutige Welt gesehen haben: Der König kann alles in Gold verwandeln, das er berührt und wird am Ende durch seine eigene Masslosigkeit und Hybris in den Ruin getrieben wird.

Irgendetwas, das Ihr der Welt mitteilen möchtet?
Damit wir unser Album in den bestmöglichen Konditionen rausbringen können, fangen wir diese Woche eine Crowdfunding Campagne auf Ulule an. Wenn ihr Teil des Abenteuers sein wollt – schaut mal vorbei, würde uns sehr freuen!

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Inken

Ich zeichne und gestalte gerne Dinge & Räume um, stöbere gerne rum, sei es in der Natur, Städten, auf Flohmärkten oder in Gesprächen. Außer Musik mag ich unter anderem Katzen, Kunst und Knuspermüsli. Ich höre Musik von Foals, Cage the Elephant, Abby, Django Django, Life in Film, Kurt Vile, Tame Impala, Balthazar, Say Yes Dog, Acollective, Xul Zolar, Talking to Turtles, Martin Kohlstedt, Talisco, Charity Children, Kasabian, Beatsteaks, Chet Faker, Deerhunter, Bonaparte, uvm.

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