Festival-Tipp: New Fall Festival (15.-19.11.2017) in Düsseldorf + Stuttgart | Line-Up

New Fall Festival 2017 Line Up MUSIKMUSSMIT
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  • Beitrag zuletzt geändert am:8. September 2017
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Text: Julia Silko

Die Blätter fallen, die Tage werden kürzer und bevor man sich versieht, sehnt man sich nach dickeren Klamotten, heißem Tee und melancholischer Musik. Kein anderes Event heißt die magischste aller Jahreszeiten herzlicher Willkommen als das New Fall Festival, dass dieses Jahr vom 15.11. – 19.11.2017  in Düsseldorf und Stuttgart stattfinden wird. Da in Düsseldorf allerdings das Mutterfestival ist, werden hier ein paar Künstler_innen mehr auftreten.

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Sorgfältig ausgesuchte Acts, einzigartige Locations

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Schnell ist einem klar, dass es sich hierbei um ein ein Festival von Musikliebhaber_innen für Musikliebhaber_innen handelt: sehr sorgfältig ausgesuchte Musiker_innen, von denen man einfach weiß, wie genial sie live sind, werden Popkonzert-untypische, festlich-besinnliche Orte wie Theaterhäuser oder Kirchen bespielen. Das ist ein Konzept, das nur gut werden kann.

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Die Highlights

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Und mit musikalischen Perlen wird wirklich das ganze Wochenende nicht gegeizt:

Los geht es gleich am Donnerstag mit der deutschen Folk/Singer-Songwriter Band Die Höchste Eisenbahn, die mit ihrer Mischung aus Melodramatik und Leichtigkeit, erwachsener Ernsthaftigkeit und kindlicher Verspieltheit die Gegensätze zusammenbringt und einen zum Tanzen und Weinen gleichzeitig einlädt.

Nach diesem Gefühlschaos kann man es am am Freitag dann mit feinstem Hiphop von Megaloh ein wenig cooler angehen lassen. Der Berliner gehört zu einem der besten Live Acts, den die deutsche Hiphop Szene momentan zu bieten hat. Auf seinem aktuellen Album „Regenmacher“ rappt sich Megaloh in altbewährtem Flow durch Themen wie Klassenunterschiede und politische Ungerechtigkeiten, geht aber in softeren Momenten auch mal seiner Leidenschaft zur Musik auf den Grund. Weil dieser großartige Künstler dann auch noch vom Rhein Brass Ensemble begleitet wird, ist dies ganz klar einer meiner Konzertfavouriten.

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Obwohl Glen Hansard ganz und gar kein Unbekannter ist, darf er hier nicht unerwähnt bleiben. Seine Liveauftritte sind immer phänomenal und ein Grund, das warme Bett trotz Regenwetters am Samstag noch einmal zu verlassen. Für jede_n, der/die Singer-/Songwritermusik liebt, ist dies ein absoluter Pflichtermin. Ein unauffälliger reinkommender Konzerttipp ist für den Samstagabend allerdings der Auftritt von Isolation Berlin, Die Nerven und Gurr. In diesem interessant geschnürten Konzertpaket erlebt man Popkultur vom Feinsten und kann sich selbst davon überzeugen, wovon die Spex die letzten Jahre über so hinreichend geschwärmt hat. Alle drei Bands hatten innerhalb der letzten Monate Erfolg mit ihren subversiven Platten, ob sie auch live überzeugen können, wird in jedem Falle spannend werden.

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Robert-Schumann-Saal – Foto: S. Sondermann

Und dachte man, man hätte sich bis zum Sonntag dann also wieder sortiert, hätte Spaß, Wut, Coolness, Trauer, Schmerz, Liebeskummer und Hoffnung am Wochenende in Kurzform und roh auf der Bühne erleben dürfen und wieder nötigen Abstand gewonnen, kommt der Singer-/Songwriter Destroyer mit seiner chamäleon-artigen, wechselhaften Musik und bringt wieder ordentlich Chaos mit. Für viele gehört der Kanadier zu einem der kreativsten Songwriter im Musikbusiness. Obwohl er viel mit Melodien und Klängen experimentiert, bleibt seine Liebe zu geheimnisvollen und nachdenklich stimmenden Lyrics meist immer erhalten.

Wer zwischen diesen Höhepunkten dann immer noch Luft für weitere Konzerte hat, dem seien die Auftritte von Little Dragon, Alice Merton, Kensington, Tom Odell, Julien Baker, Sophia, William Fitzsimmons oder Anna Ternheim und weiteren ans Herz gelegt. Da die Tickets für jeden Act einzeln erworben werden können, kann man sein Festivalerlebnis individuell selbst zusammenstellen.

Und so kann man kurz vor dem Ende des Jahres noch einmal in aller Besinnlichkeit Luft holen und sich von so vielen Emotionen treiben lassen bis auch die letzten bunten Herbstblätter fallen.

New-Fall-Melancholie, ich komme.

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Tonhalle – Foto: Schiko

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Hier die einzelnen Konzerte im Überblick

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Düsseldorf

Donnerstag, 16.11.2017

Die Höchste Eisenbahn, Robert-Schumann-Saal, 19 Uhr

Little Dragon, Capitol Theater, 20 Uhr

Mogli, Johanneskirche, 19 Uhr

tUnE-yArDs, Ropoporose, Capitol Club, 21 Uhr

Julien Baker, Bachsaal/Johanneskirche, 22 Uhr

Freitag, 17.11.2017

Alice Merton, Robert-Schumann-Saal, 19 Uhr

Sophia, Bachsaal/Johanneskirche, 19 Uhr

Megaloh & Rheinbrass, Capitol Theater, 20 Uhr

Tom Odell, Tonhalle, 21 Uhr

William Fitzsimmons, Johanneskirche, 22 Uhr

Fil Bo Riva, tanzhaus nrw, 22 Uhr

Samstag, 18.11.2017

Glen Hansard, Tonhalle, 17 Uhr

Kensington, Robert-Schumann-Saal, 20 Uhr

Isolation Berlin, Gurr, Die Nerven, sipgate, 21 Uhr

Michael Kiwanuka, Tonhalle, 22 Uhr

Sonntag, 19.11.2017

Amadou & Mariam, Capitol Theater, 20 Uhr

Destroyer, Capitol Club, 20 Uhr

Anna Ternheim, Tanzhaus NRW, 21 Uhr

Stuttgart

Mittwoch 15.11.2017

Glen Hansard, Beethoven-Saal, 20 Uhr

Donnerstag, 16.11.2017

William Fitzsimmons, Neues Schloss, 20 Uhr

Freitag, 17.11.2017

Die Höchste Eisenbahn, Mozart-Saal, 20 Uhr

tUnE-yArDs, Ropoporose, Straßenbahnwelt Stuttgart, 21 Uhr

Samstag, 18.11.2017

Little Dragon, Mozart-Saal, 20 Uhr

Tom Odell, Carl Benz Arena, 20 Uhr

Anna Ternheim, Neues Schloss, 20 Uhr

Sonntag, 19.11.2017

Michael Kiwanuka, Carl Benz Arena, 20 Uhr

Julia

Musik ist für mich Enthusiasmus und Eskapismus, meine erste Liebe, schwierig, eigensinnig, Lebenssinn und überlebenswichtig, krass und manchmal ätzend. Ein bisschen wie das Lametta auf dem Tannenbaum, das Frettchen im Bällebad und das Kokos am Raffaelo. Mit Ohren voller Skepsis friste ich ein Dasein zwischen Hiphop, RnB, Bluesrock und Pop. Wenn ich mich nicht gerade mit Musik aufhalte, darüber schreibe oder lästere, bin ich mit Studieren, Lesen oder Sport beschäftigt.

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