Konzertbericht: Okta Logue in Berlin

Okta Logue live im Musik & Frieden MUSIKMUSSMIT Konzertbericht
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  • Beitrag zuletzt geändert am:30. Oktober 2018
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Konzert am 04. Mai 2016 im Musik & Frieden Berlin
Text und Fotos: Inken Petersen

Ich schwärmte Euch bereits in meiner Ankündigung von der aufstrebenden Band Okta Logue etwas vor. Nun war am Mittwoch das Konzert im Musik & Frieden und davon möchte ich selbstverständlich berichten.

Die Kanzlerin schlug dieses Konzert vor und Okta Logue hatten mich schon beim Hören des ersten Liedes auf ihrer Seite. Ich schaue mir ja auch gerne Bands an, die mir selbst noch nicht so geläufig sind, aber in den letzten Wochen hörte ich die drei Alben „Ballads Of A Burden“ (2012), „Tales Of Transit City“ (2013) und „Diamonds And Despair“ (2016) rauf und runter und sie brannten sich in mein Hirn. Dass ich zum Konzert gehen würde, ist eine gute Entscheidung, dachte ich mir.

Als ich dann die Ankündigung schrieb, beschäftigte ich mich immer mehr mit der Entstehung der Band und deren Werdegang, welcher sich einerseits als bodenständig, andererseits als abenteuerlustig darstellte. Sympathisch. Ich denke, dass sie in dem nächsten Jahr ganz schön durchstarten könnten und dementsprechende Erwartungen hatte ich auch an das Konzert.

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Die entzückenden Hessen haben einiges in petto

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Okta Logue aus Hessen liefern eine gute Mischung aus Indie-Rock und Indie-Pop, meist geht es jedoch in die rockigere Richtung, kann aber auch bedächtig und ausgedehnt werden und da geht ein Song auch schon mal 11 Minuten. Erfreut war ich darüber, dass das Konzert im kleinen Raum des Musik & Frieden stattfand und es, trotz dass es ausverkauft war, nicht überfüllt war und die Leute echt klasse drauf waren.

Ich kam am Mittwoch etwas spät im ehemaligen Magnet an, sodass der Support Andrew Vladeck leider schon performed hatte (Schande über mein Haupt), ich mir gerade noch so einen guten Platz erobern konnte und es wenig später losging. Okta Logue kamen auf die Bühne und am Rand standen noch ein paar Leute, als hätten sie ihre halbe Gang von Zuhause mitgebracht. Zwei davon machten scheinbar Fotos, ein anderer spielte später noch Gitarre, einer von ihnen stand mal neben der Bühne, mal am Merch-Stand, bei einem Lied spielte er an den Rasseln. Eine Merch-Dame war vom ersten Lied an heftig am Tanzen. Support hatten sie auf alle Fälle. An einem fehlte es auch nicht: Fotograf_innen. Ich kann mich nicht erinnern, jemals so viele davon in einem so kleinen Konzertsaal gesehen zu haben. Da hatten ja Kakkmaddafakka im Huxleys beispielsweise nur ein Drittel davon!

Okta Logue live im Musik & Frieden
Okta Logue live im Musik & Frieden

Als es losging, fragte ich mich, ob die Gitarre zu laut eingestellt worden sei oder ich einfach nur zu nah an dem Verstärker stand. Es schien wohl ersteres zu sein und ich hoffte, dass der Tontechniker oder die Band es auch merken würden, doch es änderte sich bis zum Schluss nicht. Natürlich spielen die Gitarren beim Sound von Okta Logue eine große Rolle, aber das war definitiv nicht optimal und ziemlich schade, da ich den Gesang und die Texte der Band sehr mag, was nun aber manchmal etwas schwierig war herauszufiltern, weswegen ich auch nicht jeden Song gleich erkannte. Sowas kann mir das ganze Konzert vermiesen, ich wollte mich aber nicht herunterziehen lassen, ließ mich somit von den Klängen der Gitarre treiben und veranstaltete ein innerliches kleines Rätselraten. Mit „Pitch Black Dark“, „Helpless“, „Diamonds And Despairs“, „Heat“, „One-Way Ticket To Breakdown“, „Distance“, „Summer Days“ liege ich denke ich nicht falsch.

Große Animationskünstler sind die vier Hessen jedenfalls nicht, das macht sie umso angenehmer, denn sie schwingen keine großen Reden, sondern sind einfach da und wirken sogar etwas schüchtern. Ab und zu merkt man es ihnen dann aber doch an, dass sie sich über die Leute, das ausverkaufte Konzert und das Verlangen nach einer Zugabe freuen.

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Die Frankfurter beglückten uns mit zwei Zugaben, obwohl der Gitarrist Philip Meloi zum Ende einen heftigen Krampf in der linken Hand bekam, wurde tapfer und professionell weitergespielt. Einfach sympathisch. Ebenso ihr Auftreten. Sie erscheinen so, wie sie sich wohlfühlen, in Schlaghosen, mit lockeren Hemden und wildem Wirbelhaar. Warum verbiegen? Zwischendurch vergisst man wirklich, dass sie aus Deutschland kommen. Dazu hatte ich in meiner Ankündigung geschrieben, dass ihnen das oftmals nicht geglaubt wird. Irgendwie legen sie diese coole Art an den Tag und sind sich dessen vielleicht gar nicht wirklich bewusst, was sie zwangsweise auf meiner persönlichen Sympathieleiste noch ein paar Pünktchen hinaufklettern lässt. Rundum wirkten sie wie ein toll eingespieltes Team.

Werde ich wieder ein Konzert von Okta Logue besuchen? Aber sowas von! Vielleicht sogar gleich im Oktober und diesmal so, dass man nicht nur Philip Meloi hört. Nein, im Ernst, wenn ich sie im Sommer nicht zufällig auf einem Festival antreffen sollte, erscheint ein Herbst-Konzert gar nicht so abwegig.

Inken

Ich zeichne und gestalte gerne Dinge & Räume um, stöbere gerne rum, sei es in der Natur, Städten, auf Flohmärkten oder in Gesprächen. Außer Musik mag ich unter anderem Katzen, Kunst und Knuspermüsli. Ich höre Musik von Foals, Cage the Elephant, Abby, Django Django, Life in Film, Kurt Vile, Tame Impala, Balthazar, Say Yes Dog, Acollective, Xul Zolar, Talking to Turtles, Martin Kohlstedt, Talisco, Charity Children, Kasabian, Beatsteaks, Chet Faker, Deerhunter, Bonaparte, uvm.

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