You are currently viewing Alle guten Dinge sind drei #12 | Wiederentdeckt

Alle guten Dinge sind drei #12 | Wiederentdeckt

Zwölfte Ausgabe 3. Juli 2018

***

Text und Auswahl: Maria Preuß | Illustration: Jakuffo

Im Juli gibt es von mir drei nicht ganz so neue Entdeckungen, die ich euch aber sehr ans Herz legen möchte. Auch wenn euch der ein oder andere Name schon bekannt vorkommt, nehmt euch noch mal die Zeit, die drei Bands wiederzuentdecken. Mir jeden Fall hat es viel Freude bereitet genauer hinzuhören.

***

1. LUMP | Genre: Urban Folk

LUMP ist das neue Projekt von Folk-Königin Laura Marling und Mike Lindsay. Laura Marling ist für mich (und für euch hoffentlich auch nicht!) natürlich keine Neuentdeckung. Aber LUMP haben gerade erst im Juni ihr Debütalbum veröffentlicht (wir warnten euch vor) und trotz Marlings unverwechselbarem Gesang hebt sich dieses Album sehr von ihren Soloalben ab. Ihre prägnante Stimme kriecht zwar regelrecht aus den Lautsprechern, aber sie ist keine Alleinunterhalterin mehr. Elektronische Klänge, Chöre, Echos und minimalistische Beats sind mindestens gleichberechtigte Partner. Sind Marlings Lieder sonst die perfekte Begleitung für einen Ausflug auf die Ranch, entführen LUMP in urbaneres Umfeld. Es gibt viel zu erkunden, manchmal ist das geheimnisvoll, manchmal bedrohlich, manchmal gefühlvoll. Spannend ist es immer.

Ein besonderes Schmankerl verbrigt sich am Ende der Platte: Der letzte Text enthält die eingesprochenen Credits. Da Dank Spotify und Co die guten alten Zeiten vorbei sind, in denen man sich durch CD-Booklets geschmökert hat, ist das eine geniale Alternative. Und Musiknerds wie ich können weiterhin mit Insiderwissen nerven, das sonst niemanden interessiert.

Ich empfehle übrigens nur das Lied zu hören und nicht das seltsame Fellwesen-Video zu gucken:

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden


Facebook

***

2. The Day | Genre: Indie Pop

The Day ist eine junge Band, deren Konzert MUSIKMUSSMIT schon präsentiert hat, die ich aber erst vor Kurzem entdecken durfte. Und zwar in dem pfälzischen Kaff, in dem ich gerade studiere. Über Landaus Kleinstädtigkeit kann man viel meckern, aber eins muss man der Unistadt lassen: Die studentische Konzertreihe „Grauflächenkultivierung“ ist famos. In unregelmäßigen Abständen werden Bands jeglicher Couleur überzeugt, in dem Uni-Atrium zu spielen. Martin Kohlstedt war auch schon da. Und eben auch The Day. Angereist aus den Niederlanden und Norddeutschland war das Duo, in Begleitung ihres Schlagzeugers schon das zweite Mal für ein intimes Umsonst-Konzert auf dem sonst so unspektalurären Campus. Mit Bass, Gitarre, Drums, Vocals und ein paar Soundeffekten vertonen The Day Zuversicht mit einem Hauch Nostalgie.

***

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden


Facebook

***

3. Ruby Throat | Genre: Neofolk / Folk Noir

Aus der Reihe „Frauen, die schon ewig im Musikgeschäft aktiv sind und trotzdem niemand kennt“: Katie Jane Garside. Die Engländerin ist seit den 80er Jahren als Sängerin und Künstlerin aktiv und hat in diversen Bandprojekten mitgewirkt. Aktuell ist sie Teil des Duos Ruby Throat, die im April eine neue Single veröffentlicht haben: „Hu’u“. Die Stimme erinnert mich stark an Julia Stone. Musikalisch ist Ruby Throat eher als eine sehr zurückhaltende Version von experimentierfreudigen Künstlerinnen wie CocoRosie oder Kate Bush zu beschreiben. Das musikalische Werk der Künstlerin ist breit, da gibt es sicherlich noch einiges zu entdecken.

***

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden


Facebook

***

Gutes Ding, oder? Weitere gute Dinge bekommt ihr in unsere Rubrik Gutes Ding. Erklärt sich von selbst.

Maria

Musikalisch geprägt wurde ich von der Gitarre meines Vaters. Sie ist rot und hat keinen Namen. Mein Vater hat mit ihr Lieder von Neil Young gespielt. Wenn er selber gerade nicht spielen konnte, hörten wir seine Mixtapes auf langen Autofahrten nach Frankreich mit Musik von Tori Amos, Fiona Apple und Portishead. Wir waren immer das Auto, das mit runter gelassenen Fenstern durch die hügeligen Landschaften der Provence fuhren und die Lavendelfelder beschallten. Heute höre ich alles, was mich aus mitunter nicht nachvollziehbaren Gründen daran erinnert: Sufjan Stevens, Wolf Larsen, Feist, Whitney, Do Make Say Think, Agnes Obel, Alela Diane etc.

Schreibe einen Kommentar

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.