Konzertbericht: Findlay in Berlin

Keine großen Gesten.

***

Konzert am 02. Dezember 2015 im Comet Club
Text und Fotos: Corinna Sauer

Die Menschen, die mich gut kennen, wissen, dass ich schnell zu begeistern bin. Diese Begeisterungsfähigkeit bezieht sich auf alles mögliche: Menschen, Orte, Essen, der Geruch meines neuen Duschgels,… die Liste könnte man unendlich weiterführen. Vor allem steigt meine Euphorie exponentiell bei Dingen, die mir generell wichtig sind, wie etwa bei Musik, bzw. Musikneuentdeckungen. Durch meine Mitwirkung an diesem Blog erhalte ich sehr oft die Möglichkeit, Neues kennenzulernen und Konzerte von Bands und Musiker_innen zu besuchen, die ich vorher nicht kannte und mich immer wieder von unverhofften mir-ans-Herz-Gängern überraschen zu lassen.

Findlay live im Comet Club Berlin

Findlay live im Comet Club Berlin

So geschehen bei dem Auftritt einer jungen Sängerin, die ich am vorigen Mittwoch im Comet Club live erleben konnte. Diese nennt sich Findlay, ist zarte 24 Jahre alt und bringt so einiges mit, was mich bei ihrem Konzert hingerissen hat und an dieser Stelle ins Schwelgen bringt. Zum einen ist da ihre geradezu explosive Bühnenpräsenz. Diese hat weniger mit großen Gesten, als vielmehr mit Authenzität zu tun. Es scheint, als würde sie über etwas wie einen „heißen Draht“ verfügen, der ohne Umwege oder irgendwelche Filter ein Gefühl an die Oberfläche transportiert und im ganzen Raum versprüht.

***

***

Zum anderen ist da natürlich ihre Musik als solche, die eigenwillig daherkommt, sich nirgends so richtig einsortieren lässt und stetig mit sich selbst zu experimentieren scheint. Sie groovt und rockt. Ist kantig, launisch und gleichzeit verführerisch und sanft. Manchmal alles zugleich. Von Hip Hop bis hin zu Blues-Elementen vereinen sich verschiedene musikalische Einflüsse zu einem neuen Gebilde, das mit und durch die Sängerin seine ureigene Wirkung entfaltet.

***
Folge uns auf Facebook.
***

Findlay, deren voller Name Natalie Rose Findlay ist und die in Stockport, England aufgewachsen ist, kam irgendwann zu der Überzeugung, dass sie, nachdem sie die Schule geschmissen hatte, außer Musik eigentlich gar nichts anderes machen könnte. Einfache Geschichte. Generell scheint sie nicht gerne viele Worte zu verlieren oder zu übertriebenen Gesten zu neigen. Und so ist eben auch irgendwie ihre Musik. Sie ist, was sie ist, take it or leave it. Für welche Option ich mich hier ohne zu zögern entscheide, ist sicher klar geworden.

Findlay im Comet Club Berlin

Findlay

***

Am Rande: Dem/der einen oder anderen mag aufgefallen sein, dass wir euch dieses Konzert im Vorfeld nicht wie üblich angekündigt, sondern „nur“ in einem Facebook Post darauf hingewiesen haben. Diesmal bot sich uns ganz spontan die Möglichkeit, diese Konzert zu besuchen und so fehlte leider die Zeit für eine ausführlichere Ankündigung. In Zukunft bekommt ihr natürlich wieder rechtzeitig Bescheid, wenn Konzerte anstehen, die ihr nicht verpassen solltet!

Facebook | Soundcloud

Tourdaten:
06. Dezember 2015 – Münster // Skater’s Palace
07. Dezember 2015 – Hannover // Lux

Wissenswertes:
War bereits als Support für Jake Bugg oder Brandon Flowers live zu sehen.

Im September ist ihre Debüt-EP „Electric Bones“ erschienen.

Weitere Konzertfotos seht Ihr bei uns auf Instagram.


Tagged: ,


'Konzertbericht: Findlay in Berlin' have 3 comments

  1. 21. Dezember 2016 @ 22:00 MUSIKMUSSMIT präsentiert: Findlay auf Tour 2017

    […] weise noch einmal auf unseren Konzertbericht aus dem letzten Jahr hin. Ich kann mich daran erinnern, wie meine Begleitung (sie hat auch den […]

  2. 14. Dezember 2016 @ 17:08 Wer kommt 2017 auf Tour? | Unsere Empfehlungen

    […] Vor gut einem Jahr haben wir Natalie Rose Findlay und Band im Musik & Frieden live gesehen und waren hin und weg. 2015 hat Findlay in meiner Bestenliste Platz 2 bei den besten Konzerterlebnissen belegt – nicht ohne Grund. Gute Rockmusik mit viel Charme, das werden hoffentlich auch wieder im März 2017 erwarten dürfen. Das Debütalbum soll im Frühjahr erscheinen, so lange erfreuen wir uns an der „Electric Bones“ EP (2015). Unseren Konzertbericht von damals könnt Ihr hier nachlesen. […]

  3. 28. Dezember 2015 @ 21:46 Die Besten Alben und Konzerte 2015 | Ein Rückblick | MUSIKMUSSMIT

    […] Florence + The Machine – Velodrom 02. Findlay – Comet Club 03. Rival Sons – Heimathafen 04. Patrick Watson – Gretchen 05. Selah Sue – Astra […]


Sprich Dich aus!

Deine Mailadresse und dein Vorname sind Pflichtangaben. Deine E-Mailadresse wird hier nicht veröffentlicht. Gewinnspiele: Mit Absenden Deines Kommentars erklärst Du Dich damit einverstanden, dass wir dich darüber im Falle eines Gewinns kontaktieren. Unsere Datenschutzhinweise findest du hier.

© 2018 MUSIKMUSSMIT. Aus Neukölln mit Love.