Blaenavon live in Berlin Konzertbericht MUSIKMUSSMIT

Zeit für eine Headliner-Tour: Blaenavon live in Berlin | Konzertbericht

Konzert am 04. Dezember 2017 in der Kantine am Berghain
Text: Anne Teuscher | Fotos: Inken Petersen

Ganz viel Fan-Nähe und -Liebe

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Geheimtipp hin oder her: Blaenavon spielten kürzlich als Support für die Indie-Pop-Band Sundara Karma. Die beiden Bands touren gerade zusammen durch die Gegend, da Sundara Karma ihr neues Album namens „Youth Is Only Ever Fun In Retrospect“ im Gepäck haben und Blaenavon ihr Debüt „That´s Your Lot“ vor kurzem veröffentlicht haben. Nun ja, viel spannender für meine Begleitung und mich war der besagte Support Blaenavon, auf die ich nachfolgend Bezug nehmen werde. Ich habe mich wahnsinnig gefreut, die Briten endlich einmal live zu Gesicht zu bekommen und kann an dieser Stelle bereits verraten, dass ich in der 30-minütigen Spielzeit nicht enttäuscht wurde.

Bevor es losging, sah man die drei Briten immer mal wieder durchs Publikum huschen und sich mit Fans fotografieren. Pünktlich um 21 Uhr standen sie schließlich auf der Bühne und legten mit „Take Care“ los. Von der ersten Sekunde an schien die Band ihre Fans um sich zu haben, unter denen sich vor allem ziemlich viele junge, hippe Mädels tummelten. Ich fand es doch etwas ungewöhnlich, dass einem Support so viel Aufmerksamkeit gewidmet wurde. Dies tat der Band jedoch nicht im Geringsten einen Abbruch, sondern ließ wohl eher im Gegenteil dazu beitragen, dass sie nicht erst „warm“ werden mussten, was sich auch an der Stimmung der Band bemerkbar machte. Einmal standen sich Sänger Ben Gregory und Bassist Frank Wright gegenüber, um sich gefühlt eine halbe Ewigkeit gegenseitig ins Gesicht zu pusten. Zwischendurch musste Ben auch immer wieder lachen, da er mit den überschäumenden Fan-Gesängen wohl nicht gerechnet hätte. Trotz all der Freude der anderen muss ich dennoch sagen, dass ich die besagten Gesänge der begeisterten Anhänger_innen nicht immer ganz passend fand und es die Magie einiger Songs nahm.

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Headliner-Potenzial

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Sänger Ben erzählte zwischendurch immer wieder einige Anekdoten und zu unserer Verwunderung in gebrochenem deutsch. So berichtete er auch, dass er vor geraumer Zeit gerne mal in Berlin wohnen wollte und kündigte somit den Song „The Monte Carlo Kid“ an. Wie dem auch sei, es folgten viele weitere tolle Songs und ich hätte sie am liebsten alle für die Ewigkeit festgehalten. Neben „Lonely Side“ wurden ebenso „I Will Be The World“, „Orthodox Man“, „Let´s Pray“ und „Prague ´99“ gespielt. Bei letzteren beiden kamen vor allem im Refrain die Fan-Gesänge wieder voll zum Einsatz und übertönten fast Ben´s Stimme. Daraufhin sagte Ben einmal „That´s too much“ und musste sich sehr das Lachen verkneifen, was nicht ganz funktionierte. Ich jedenfalls genoss das Konzert aus einer ruhigeren Ecke und dachte mir nur immer wieder, wie gut die Jungs doch sind! In meiner Ankündigung beschrieb ich Euch bereits, wie Blaenavon klingen und auch live kam diese Mischung aus ruhig und rockig sehr gut rüber. Im einen Moment noch kamen sanfte Töne daher, welche im nächsten zu explodieren schienen und überaus rockig waren.

Die Band schien mit der Bühne und der ganzen Atmosphäre verschmolzen zu sein und schöpfte ihre kurze Spielzeit mehr als aus. Ich hatte das Gefühl, dass Blaenavon selbst sehr gerne ein „richtiges“ Konzert gespielt hätten. Wie immer verging die Zeit mal wieder zu schnell, doch umso mehr sog ich den Sound und die Live-Qualitäten in mich auf, was mich auch darin bestätigt, sie nicht das letzte mal gesehen zu haben. Für den Dezember jedenfalls stehen erst einmal noch Shows mit Sundara Karma an und den Januar über werden sie für The Wombats das jeweilige Konzert eröffnen. Allzu  lange dürfte es wohl nicht mehr dauern, bis auch sie statt Support die Headliner sind.

Konzert-Tipp: Blaenavon im Dezember Support für Sundara Karma


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Anne
Wer?

Wenn ich mal nicht auf einem Festival oder Konzert zu finden bin, kann ich durchaus gerade über einen Flohmarkt schlendern, mit meinem geliebten Drahtesel die Gegend erkunden, als Katzenmama fungieren oder einfach nur vor dem Laptop lümmeln und Serien schauen. Weshalb es mich hierher verschlagen hat, liegt vor allem daran, dass ich leidenschaftliche Konzert- und Festivalgängerin bin. Ich treibe mich z.B. auf dem Immergut, dem MS Dockville oder auch dem Skandalös rum. Hingezogen fühle ich mich zu Bands und KünstlerInnen wie Balthazar, Say Yes Dog, Kakkmaddafakka, Bombay, Golf, José Gonzalez, Charlie Cunningham, Whilk and Misky, Lost Under Heaven, Portugal. The Man, Metronomy, Royal Blood, Florence and the Machine, Cold War Kids und Chet Faker alias Nick Murphy. Dies ist nur eine klitzekleine Auswahl und lässt sich locker noch fünf Seiten weiterspinnen. In dieser Sparte werdet ihr also das eine oder andere Mal etwas von mir hören, was ich euch nicht vorenthalten möchte.


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