Konzertbericht: BANKS in Berlin

Es lebe der Minimalismus

***

Konzert am 23. Juni 2014 im Berghain
Text: Angela Beyer

Es gibt Künstler_innen, die haben das gewisse Etwas, eine Ausstrahlung, die so sympathisch ist, dass man meinen könnte, man kenne die Person. Es gibt aber auch solche, die haben weder das eine noch das andere. Die 1988 geborene Kalifornierin BANKS (Jilian Banks) wurde mit dem gewissen Etwas gesegnet und ist für mich bisher eine DER Entdeckungen des Jahres 2014.

Schüchtern, etwas aufgeregt, freundlich und unglaublich charmant steht sie auf der Bühne und redet von Berlin und den tollen Menschen und dass wir alle wunderbar sind, jeder für sich, alle zusammen. Das klingt für mich immer ein bisschen nach „BluppBlupp“, hört man aber trotzdem gerne und etwas Kommunikation gehört schließlich zu jedem Konzert. Um das Gesagte zu unterstreichen pustet sie in eine Geburtstagströte. Diese Dinger kennt Ihr, die rollen sich aus, wenn man reinpustet. Das war wirklich sehr lustig, Humor hat sie also auch. Ihr Outfit war eine Kreuzung zwischen Blazer und Poncho, die auf mich wirkte, als wolle sie jeden Moment sagen: „sorry Leute, ich muss mal kurz auf den Pausenhof und eine Raucherpause machen, bin gleich wieder da.“ Aber nichts dergleichen geschah, sie legte weder dieses interessante Kleidungsstück ab, noch wollte sie Bier trinken oder eine rauchen gehen. Glück gehabt.

Die Songs beginnen seicht, bis der Bass in die Halle kracht und die Magenwände zum Vibrieren bringt. Ich bin schwer begeistert. Die Gitarre, die sich mit viel Soul in die Saiten wirft und die flauschigen Kugel-Sticks, die die Trommeln des Schlagzeugs bearbeiteten, gefielen mir außerordentlich gut. Mal seicht und zurückhaltend, mal soulig und kraftvoll, aber immer auf´s Wesentliche reduziert. Die Kombination aus Drums, Gitarre und elektronischem „Geplänkel“ gelingt sehr gut. Soll heißen, dass so gut wie alles stimmte: das Licht/Beleuchtung, der Sound, die Musik, die Stimmung. Sehen wir über die etwas dünne Stimme zu Anfang des Konzerts hinweg, schließlich hat sie noch den Newcomer-Bonus! Es ist vielleicht nicht das bombastischste Konzert aller Zeiten gewesen, aber eines der stimmungsvollsten.

Das Album „Goddess“ wird im September erscheinen, worauf ich mehr als gespannt bin. Die meisten Tracks hat man ja nun bereits live hören dürfen, aber trotzdem, es hat das Potenzial zum „Album des Jahres“. Wer SOHN mag, wird, zumindest aus rein musikalischer Sicht, sich gut mit BANKS Musik anfreunden können. Immerhin hat dieser auch bei „Waiting Game“ mitgefrickelt, was schwer zu überhören ist.

PS: Sorry, aber ich bin nicht so die Foto-Tante, die ständig ihren Arm in die Höhe reckt. Falls es jemanden unter Euch gibt, der/die mir ein schönes Bild zukommen lassen möchte, bitte melden. Auch wer mehr zum Support sagen kann ist herzlich eingeladen dies zu tun.



'Konzertbericht: BANKS in Berlin' have 2 comments

  1. 3. August 2016 @ 11:54 Elektropop - Shura Konzert Berlin | MUSIKMUSSMIT

    […] könntet auch mögen: BANKS oder Years & […]

  2. 10. Januar 2016 @ 20:58 Entdeckungen 2014 - Eine Playlist | MUSIKMUSSMIT

    […] Banks Nothing But Thieves Shura Kyla La Grange Momofoko Seinabo Sey Flume Chet Faker Glass Animals Kwabs […]


Sprich Dich aus!

Deine Mailadresse und dein Vorname sind Pflichtangaben. Deine E-Mailadresse wird hier nicht veröffentlicht. Gewinnspiele: Mit Absenden Deines Kommentars erklärst Du Dich damit einverstanden, dass wir dich darüber im Falle eines Gewinns kontaktieren. Unsere Datenschutzhinweise findest du hier.

© 2019 MUSIKMUSSMIT. Aus Neukölln mit Love.