Anna F. Konzert Berlin Fotocredits MUSIKMUSSMIT

Konzertbericht: Anna F. in Berlin

Herzerwärmendes in poppigem Gewand

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Konzert am 01. März 2015 // Grüner Salon Berlin
Text und Foto: Corinna Sauer

Anna F.… Das war doch die, mit diesen frivolen Lyrics in diesem Song, der mir immer mal wieder beim Radiohören begegnete. Frivol bedeutet in diesem Fall das Wort „to fuck“, bezogen auf den gesungenen Wunsch der Interpretin, es mit unseren Freunden zu tun. Ich muss gestehen, dass genau dieser Teil des Songs schon beim ersten Hören meine Aufmerksamkeit auf sich zog. Wie das eben so ist, wenn man nichtsahnend, während man zunächst einen normalen Popsong erwartet, mit Unerwartetem konfrontiert wird und sei es auch nur dieses kleine, im täglichen englischen Sprachgebrauch eigentlich überstrapazierte Wort. Eine einfache Masche, möchte man meinen, und sicher ist sie das auch in gewisser Weise. Doch unabhängig von diesem Lockmittel, gab es noch andere Komponenten, die mir den Song DNA als recht interessant erscheinen ließen. Der einfache und doch sehr in die Beine gehende Rhythmus zum Beispiel und der Wiedererkennungswert in Annas Stimme.

Nachdem ich mich für ihr Konzert am 1. März 2015 im Grünen Salon der Volksbühne angemeldet hatte, um mir die junge Österreicherin mal genauer anzuschauen und vor allem zu -hören, führte ich mir vorerst einmal ihr neues Album „King in the Mirror“ zu Gemüte und stellte fest, dass Frau F. auch durchaus sanftere Töne anschlägt, wie zum Beispiel beim Song „Too far“ oder „Fools“, in denen ihre leicht angeraute Stimme ganz wunderhübsch zur Geltung kommt. An dieser Stelle sei mein persönliches Lieblingslied, „King in the Mirror“, erwähnt, das dem Album seinen Namen verlieh. In ihrer Diskografie finden sich nicht wenige sehr schöne Popsongs, die allesamt eine persönliche Note tragen und Songtexte transportieren, in denen die Sängerin von persönlichen Reisen, Beziehungen und dem Ankommen erzählt.

Der Grüne Salon war gut gefüllt und Anna F. samt zweiköpfiger Band wurden freudig erwartet. Ganz bescheiden, in weißem Shirt und wallendem Haar, stand sie dann mit ihrer Gitarre dort auf der Bühne, sichtlich nervös, aber trotzdem ganz offen und natürlich. Stets im freundlichen Dialog mit dem Publikum, Geschichten erzählend und ohne ihre Nervosität mit gekünstelter Professionalität überspielen zu wollen. Ihre Lieder interpretierte sie mit einer herzerfrischenden Wärme, so dass sie selbst dem eingängigsten und radiotauglichsten Song etwas Organisches und Authentisches verlieh.

Ich lächelte ihr aus der ersten Reihe zu und erhielt im Gegenzug ein strahlendes Lächeln ihrerseits. Fast hätte ich vergessen, wie ich damals auf sie aufmerksam wurde.

Diskografie:
2010 For Real
2010 Live from the Mushroom
2014 King in the Mirror


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