Money Boy Konzert Wien eskaliert

Konzertbericht: Money Boy in Wien

Immer Ärger mit Money…

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Konzert am 12. März 2016 im Wiener Werkstätten und Kulturhaus (WUK) in Wien
Text: Nele Hinner, Fotos: Jonah Ludwig

Immer Ärger mit Money, wie es so schön heißt – Der österreichische und stark polarisierende Rüpel-Rapper Money Boy, welcher unter anderem durch seinen Song „Dreh den Swag auf“ bekannt wurde, hat mit seinem Konzert am 12. März wieder mal den Vogel abgeschossen. Er ließ seine Fans gut vier Stunden warten und kam danach völlig benebelt auf die Bühne. Es ist nichts Neues, dass der 34-jährige Rapper gerne mal übertreibt, provoziert und Kritik an seinen Fans ausübt, aber diesmal sind bei ihm alle Sicherungen durchgebrannt.

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Unruhe machte sich breit

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Es war 0:45 Uhr, als sich Money Boy, bürgerlicher Name Sebastian Meisinger, mit zwei weiteren Kollegen, Hustensaft Jüngling und Medikamenten Manfred, auf der Bühne blicken ließ. Die Fans waren sichtlich genervt, zumal sie mittlerweile vier Stunden darauf warteten, dass die „Glo Up Dinero Gang“ erscheint. Diese feierte jedoch Backstage. Money Boys Support DJ, der zuvor versucht hatte, die Menge mit DJ Sets abzuspeisen und bei Laune zu halten, musste fliegenden Bechern ausweichen.

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Pöbelnde Massen

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Kein Wunder also, dass Money Boys Erscheinen mit Buh-Rufen quittiert wurde. Der erste beleidigte Abgang erfolgte dann nach gut 30 Minuten. Sein Schützling Hustensaft versuchte, ihn zu besänftigen und bewegte ihn dazu, weiterzumachen. Money Boy war sichtlich benebelt und stark angetrunken – Selbst Playbacksingen wurde ihm zu viel und er saß seine Textpassagen aus. Nun flogen erneut vereinzelt Becher. Die Security leuchtete mit Taschenlampen ins Publikum, um die Störenfriede aus der Menge zu ziehen und rauszuschmeißen. Der Saal wurde immer leerer und die Stimmung immer übler.

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Star des Abends

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Der eigentliche Star des Abends war Hustensaft Jüngling, ebenfalls Mitglied der „Glo Up Dinero Gang“. Er lieferte eine super Show, performte einige seiner neuen Tracks wie „Scurr mit dem Vert“ und „Neidisch“ und rettete somit das Konzert. Das Publikum feierte ihn und seine locker-lässige Art, die Fans sangen und sprangen mit.

Hustensaft Jüngling in Wien

Hustensaft Jüngling in Wien

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Pöbelnder Money Boy

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All das hat jedoch nicht gereicht, um die Fans zu beruhigen. Es flogen immer noch Becher, doch diesmal ließ Money Boy das nicht auf sich sitzen und fing selbst an zu pöbeln. Zuerst flog ein Mikrofon, daraufhin verließ er die Bühne. Der Rest der „Glo Up Dinero Gang“ schmiss Becher und Flaschen in das Publikum und die Lage eskalierte. Um 2:30 Uhr wurde das Konzert nun endgültig abgebrochen. Auf dem folgenden Video, welches ein Fan ins Netz stellte, kann man die Schlacht zwischen Fans und der G.U.D.G. mitverfolgen:

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Konsequenzen nach Ausraster

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Die österreichische Zeitung „Krone“ berichtet, dass nach diesem Vorfall die Polizei anrückte und der Rapper wegen fahrlässiger Körperverletzung angezeigt worden sei. Aber die Sache hat noch mehr Folgen: Etliche Festivals, so auch das Nova Rock Festival, erteilten dem Rapper Hausverbot. Ein derartiges Verhalten gegenüber den Fans sei untolerierbar, heißt es. Ihm wird nun von vielen seiner Fans mangelnder Respekt vorgeworfen, also genau das, wofür sie ihn lieben und feiern. Ein Tag nach dem Konzert löschte er alle seine Songs von der Videoplattform YouTube und benannte sich in Why SL Beezy um.

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Einmal Fan, immer Fan

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Die „Glo Up Dinero Gang“ ist bekannt dafür, einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen. Ich habe es zwar schon erlebt, dass ein Konzert abgebrochen wurde, aber nicht, dass Künstler einen mit Gegenständen bewerfen (…) Somit hätte die G.U.D.G. es wieder geschafft, Aufsehen zu erregen. Schade war es, dass Money Boy nur wenige seiner Tracks performte, ganz im Gegensatz zu Hustensaft Jüngling, welcher schlussendlich als Main Act des Abends galt. Wer sich dazu entschließt, zu einem Money Boy Konzert zu gehen, kann und sollte mit solchen Vorfällen rechnen – Seine Fans belächeln diesen Abend nur. Im Großen und Ganzen war es ein aufregendes Konzert mit vielen Höhen und Tiefen. Wer sich gerne entertainen lässt, sollte auf jeden Fall mal ein Konzert der „Glo Up Dinero Gang“ besuchen. Ich werde es wieder tun.

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Mehr über Money Boy erfahrt Ihr unter anderem bei laut.de.


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'Konzertbericht: Money Boy in Wien' have 3 comments

  1. 29. Dezember 2016 @ 21:12 2016. Ein persönlicher Walk of Shame | Jahresrückblick Nele

    […] das von Money Boy in Wien ein… Aber nicht, weil’s gut, sondern einfach furchtbar schräg war (meinen Bericht lest ihr hier). Da hat der Boy doch einfach sein Mikrofon ins Publikum geschmissen. Wenig später: komplette […]

  2. 24. Mai 2016 @ 20:56 Konzertbericht: LGoony & Crack Ignaz in Dresden | MUSIKMUSSMIT

    […] im Groupie-Rausch und mussten von der Bühne gepflückt werden. Wenigstens flogen keine Becher (wie man es von einigen Kollegen der GUDG gewohnt ist). Dafür wurde umso mehr gepogt und gegrölt, ein gelungener Gig für Fans und […]

  3. 10. Mai 2016 @ 22:35 LGoony & Crack Ignaz NASA Universe Tour 2 | 2016 | MUSIKMUSSMIT

    […] Autotune und übertriebener Selbstinszenierung grenzt er sich deutlich von SL Beezy, ehemals Money Boy, und Gefolge ab. Seine Tracks glänzen mit eingängigen Hooks und atmosphärischen […]


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