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Im Plausch mit: Miss Platnum

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  • Beitrag zuletzt geändert am:11. Dezember 2018
  • Beitrags-Kategorie:Interviews / Musik
  • Beitrags-Kommentare:0 Kommentare
  • Lesedauer:4 min Lesezeit

Text: Friederike Suckert, Foto: Pressematerial

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Die Berlinerin Ruth Renner, die als Studiosängerin anfing und später als Miss Platnum die Pop-Szene mit Balkan Beats eroberte, arbeitet derzeit an ihrem fünften Studioalbum. Ich durfte sie treffen und ein wenig mit ihr plauschen, eine Zusammfassung des Gesprächsstoffes gibt es hier.

MDCHN-Cover-Miss-Platnum

Bereits im Mai hat Miss Platnum die Single „MDCHN (Mädchen sind die besseren Jungs)“ veröffentlicht, welche sehr elektronisch geworden ist. Da ich gerade ein wenig über die Diskriminierung von Frauen in der Elektro- und DJ-Szene recherchiere, wollte ich von ihr wissen, ob sie diese Art Diskriminierung auch auf ihre Branche münzen könne. Dazu könne sie nur sagen, das es für sie nie ein Thema war. Sie sei eine Frau und daran ist nichts zu ändern. Natürlich fällt ihr auf, dass sie unter Peter Fox, Haftbefehl und Marteria die einzige Frau ist und dass der Ton schon manchmal etwas härter ist, aber „dissen“ ist halt auch ein wichtiger Teil der HipHop-Kultur. Ihr Rat: einfach machen, nicht darüber nachdenken, ob einen das Geschlecht irgendwie bremst oder andere einen diskriminieren. Arbeiten, arbeiten und nochmals arbeiten, alles durchziehen und sich selbst verwirklichen. Auf die Elektro-Szene bezogen, so Miss Platnum, muss man auch sagen, dass es da alle schwer haben, im Gedächtnis zu bleiben. Sie könne sich aber schon vorstellen, dass es da für Frauen schwerer ist, sich zu behaupten.

Ich denke, Miss Platnum war einfach zur rechten Zeit am rechten Ort. Sie war damals in der Balkan-Beat-Szene einzigartig und hat diese auch weit nach vorn gebracht. Und so kam ich zu der Frage, ob das neue Album denn auch so schön elektronisch wird wie die Single MDCHN. Und da kam ein klares „Ja.“ Sie bediene sich einfach an allem, was ihr gefällt und betrachtet sich selbst als urbane Pop-Musikerin, die ihr ganz eigenes Ding macht. Und wie wir ja alle bemerkt haben, sind die Texte auf Deutsch. Wenn man so manche Kommentare dazu liest, gefällt das nicht allen. Einige wollen die Balkan Beats zurück, die das letzte Mal so richtig auf dem 2009er Studioalbum „The Sweetest Hangover“ zu hören waren. Ob sie das beschäftige? Nein, denn als Künstlerin entwickelt sie sich weiter. Negative Kommentare auf den Social Medias lösche sie aber trotzdem nicht, denn diese Generation ist nun mal so aufgewachsen: alles ist schnell zu hören, wird schnell beurteilt und ist öffentlich diskutabel. Deutsche Texte sind für sie intimer – Miss Platnum hat genau das gewollt. Sich mehr öffnen, weg von der Kunstfigur. Auf die Frage, ob sie eines Tages einmal etwas auf Rumänisch machen würde, antwortet Miss Platnum, dass sie könnte, das Bedürfnis danach aber derzeit nicht vorhanden sei.

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Ich hatte immer den Eindruck, Miss Platnum sei recht schüchtern und zurückhaltend, da stellt sich mir die Frage, wie sie denn das Lampenfieber bekämpfe? Gelächter, ratlose Gesichter: „Schüchtern? Ruth ist alles, aber nicht schüchtern!“ Gerade das neue Video sollte einmal anders sein, es sollte ein Team-Video werden, eine Zusammenstückelung aus Outtakes. Es wurde übrigens in der Garage gedreht, dem berühmtesten Second-Hand-Shop Berlins, was mein Hippie-Herz höher schlagen lässt. Aber zurück zur Sache: Lampenfieber habe sie und es wäre schlimm, wenn nicht. Sie nutzt diese Energie, um jedes Mal auf der Bühne alles zu geben.

Auf das neue Album können wir uns im Herbst freuen, es wird ein urbanes Pop Album werden. Außerdem wird sie in der neuen Popstars-Staffel als Jurorin eine neue Girl-Band an den Start bringen. Die Ausstrahlung beginnt im Sommer.

Alben
•    2005 Rock Me
•    2007 Chefa
•    2009 The Sweetest Hangover
•    2014 Glück und Benzin

Aktuelle Single
•    2015 MDCHN (Mädchen sind die besseren Jungs)

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Friederike

In einer Höhle voller Bücher von Plattensammlern aufgezogen, sozialisiert in idyllischer Randbezirkplatte durch ABBA, Elvis und Nirvana, schulternwippend in die Kaschemmen und Tanztempel der Stadt gewankt, bin ich jetzt graduierte Popnutte. Schon immer eher Beobachterin als Macherin, frage ich, was die Entscheidung für das Künstlerleben so mit sich bringt.

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