Xul Zolar live im Café Wagner in Jena ein Konzertbericht von MUSIKMUSSMIT

Review: Xul Zolar live in Jena + Berlin | Weitere Konzerte im Mai

Konzert in Jena am 22. Februar 2018 im Café Wagner in Jena (Support iUll) und am 25. Februar 2018 im Roten Salon in Berlin
Text: Anne Teuscher | Fotos: Inken Petersen

Anlässlich ihres Debüt-Albums Fear Talk gab die 4-köpfige Band Xul Zolar aus Köln gerade ihre erste Tour und so sahen Autorin Inken und ich sie wie bereits angekündigt sowohl in Jena als auch in Berlin. Warum zweimal? Weil wir uns einfach nicht an ihrer Musik satthören können! Nun haben wir sie unter die Lupe genommen und möchten Euch berichten, wie wir ihre Shows erlebt haben.

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Café Wagner in Jena: ein großes Ganzes

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Nachdem der nach unserem Geschmack zugegeben eher mäßige Auftritt vom Support iUll ein Ende fand, kamen Xul Zolar um 21:30 Uhr auf die Bühne und legten ohne viel Gerede los. Von ihren Live-Qualitäten konnten wir uns bereits überzeugen, weswegen wir pure Vorfreude auf ihren Auftritt verspürten. Die Location, das alternative Café Wagner, welches für viele verschiedene Veranstaltungen genutzt wird und an diesem Abend zwar nicht ausverkauft, aber gut gefüllt war, schien mit seiner gemütlichen Größe bestens geeignet zu sein. Zu Beginn ertönte ein Intro und kurz darauf setzten die Instrumente ein. Sänger Ronald Röttel untermauerte die Songs mit seiner zarten und zerbrechlich klingenden, fast engelsgleichen Stimme und es fand sich eine wahnsinnig gute Harmonie wieder. Abwechselnd wurden treibende und ruhigere Songs gespielt, die alle für sich standen und doch perfekt ineinander übergingen und am Ende ein großes Ganzes formten. Schnellere synthie-geprägte Songs wie „Cloth“ oder „Soft Drones“ wechselten sich mit zurückhaltenden Songs wie „Two Months“, „Nye“, „Fear Talk“ oder das anfänglich instrumentelle „W.a.r.n.i.n.g.s.“ ab, die aber ebenso vom Sound der 80er-Jahre gezeichnet sind. Auch Songs ihrer EP wurden gespielt, wie „Tides“ oder das bekannte „Hex“.

Xul Zolar Konzertbericht Jena MUSIKMUSSMIT

Xul Zolar im Café Wagner in Jena

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Ein verschmolzenes Publikum und viel Liebe zum Detail

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Song zu Song ließ ich mich treiben und verschmolz mit ihrer Musik. Auch das Publikum, welches ich als sehr angenehm empfand, erweckte den Anschein, als sei es im Einklang mit der Musik. Besonders gut gefiel mir, dass das Schlagzeug live viel mehr zum Vorschein kam. Der Drummer, Dennis Hofmann, spielte mit einer enormen Power und brachte seine Emotionen zum Ausdruck, was ich bisher nicht oft erlebt habe. Die allgemein eher dezente Show wurde von Keyboarder und Bassist Dennis Enyan in ein amüsantes Licht gerückt, denn er schien laut Sänger ein Bierchen zu viel getrunken zu haben, was seine Qualitäten und den Sound jedoch nicht beeinflussten. Neben Schlagzeug, Bass, Gitarre und Keyboard wurde den Songs durch kleine Spielereien wie Rasseln und Trommeln ein weiterer Ausdruck verliehen, wodurch die Vielschichtigkeit nochmals betont wurde. Am Ende gab es noch zwei Zugaben und schon war der Zauber vorbei.

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Part Two: Roter Salon Berlin

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Ein Konzert und drei Tage später gaben die Kölner in Berlin ihr letztes anstehendes Konzert der aktuellen Tour. Wir waren gespannt, was ihr Auftritt hergeben würde und ob sich markante Änderungen zum vorigen Konzert finden ließen.

Einige Unterschiede konnten wir durchaus feststellen, die jedoch nicht sehr auffallend ins Bild rückten. Während Xul Zolar in Jena um 21:30 Uhr die Bühne betraten und anfingen, war das Konzert in Berlin um diese Zeit schon fast vorbei. Die Band legte ca. 20:30 Uhr ohne Support los. Auch diese Show war nicht ausverkauft, doch zumindest war es voller und kuscheliger. Im einen Moment noch waren die Menschen im Saal am Reden, saßen auf den Sofas und dem Boden, schlichen die Bandmitglieder im nächsten Moment fast unbemerkt nach vorne und das Intro erklang. Die Menschen rafften sich auf und richteten sich der Band entgegen, während ich mich noch fragte, ob es jetzt wirklich schon losgeht, da es etwas prompt erfolgte.

Xul Zolar Konzertbericht Berlin MUSIKMUSSMIT

Xul Zolar im Roten Salon in Berlin

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Nostalgisches Genießen

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Es war aber der Beginn einer weiteren tollen Show und der synthie-lastige Indie-Pop zog sich durch den Raum und versprühte im Einklang mit dem Roten Salon eine nostalgische Note. Das anfänglich zögernde Publikum taute nach und nach auf und war ein paar Songs später im Tanz-Modus, wobei wippen die genauere Bezeichnung wäre. Es lässt sich schon zur Musik tanzen, doch lädt die Musik trotz treibender Klänge vor allem zum Augen-schließen-und-Genießen ein. Ein Fan in der ersten Reihe brachte seine Zuneigung der Band und Musik gegenüber vollstens zum Ausdruck, indem er halbe Tanzeinlagen vollführte. Xul Zolar lieferten auch in Berlin eine souveräne Show ab. Was vielleicht ein etwas auffallender Unterschied war, war zum einen, dass die Qualität vom Sound in Berlin besser war. Zum anderen war die Band in Jena redegewandter und sagte ein paar Worte mehr zwischen den einzelnen Liedern. Dies ist ihnen jedoch nicht zu verübeln, war es doch nach sieben vorherigen Konzerten und wenig freier Zeit dazwischen ihr Tourabschluss und es war schlicht und einfach Sonntag. Zum Schluss kündigte der Sänger noch an, dass sie gleich am Merch stehen und wer mag, gerne zum Stöbern, Plaudern oder zusammen was trinken vorbeischauen kann.

Xul Zolar Konzertbericht Berlin MUSIKMUSSMIT

Fazit: Xul Zolar höre und sehe ich mir auch viele weitere Male an. Ihr schwer einzuordnender Sound hat es mir angetan und auch live überzeugen sie mit ihrer unaufdringlichen Art, wobei die Musik doch eindringlich hängen bleibt. Zu guter Letzt sei noch auf neue Termine für den Mai hingewiesen. Wenn ihr die Gelegenheit habt, nutzt sie und schaut sie Euch an!

Tourdaten Xul Zolar: Fear Talk Tour 2018
04.05.2018 – Karlsruhe, KOHI
05.05.2018 – Chemnitz, Atomino
06.05.2018 – Göttingen, Nörgelbuff
08.05.2018 – Mainz, Schon Schön
11.05.2018 – Darmstadt, HoffART Theater
12.05.2018 – Stuttgart, Cafe Galao

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Anne
Wer?

Wenn ich mal nicht auf einem Festival oder Konzert zu finden bin, kann ich durchaus gerade über einen Flohmarkt schlendern, mit meinem geliebten Drahtesel die Gegend erkunden, als Katzenmama fungieren oder einfach nur vor dem Laptop lümmeln und Serien schauen. Weshalb es mich hierher verschlagen hat, liegt vor allem daran, dass ich leidenschaftliche Konzert- und Festivalgängerin bin. Ich treibe mich z.B. auf dem Immergut, dem MS Dockville oder auch dem Skandalös rum. Hingezogen fühle ich mich zu Bands und KünstlerInnen wie Balthazar, Say Yes Dog, Kakkmaddafakka, Bombay, Golf, José Gonzalez, Charlie Cunningham, Whilk and Misky, Lost Under Heaven, Portugal. The Man, Metronomy, Royal Blood, Florence and the Machine, Cold War Kids und Chet Faker alias Nick Murphy. Dies ist nur eine klitzekleine Auswahl und lässt sich locker noch fünf Seiten weiterspinnen. In dieser Sparte werdet ihr also das eine oder andere Mal etwas von mir hören, was ich euch nicht vorenthalten möchte.


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