Sumé - The Sound Of A Revolution Dokumentation

Kino: „Sumé – The Sound of a Revolution“

Von Grönland bis nach Ostberlin – wie eine Rockband eine Rebellion startete und die Welt bewegte

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Ein Dokumentarfilm von Inuk Silis Høegh (2014)
Dänemark / Norwegen 2014, 73 Minuten

Kinostart: 21. Januar 2016

Sumé Rockband Grönland

Sumé

In den 1960ern und 70ern ging ein Beben durch die Jugend auf der ganzen Welt – ob nun die Anti-Kriegs-Bewegung in den USA und Westeuropa oder die Riots der Afroamerikaner_innen in den USA – Rockmusik ebnete ihn und begleitete sie auf diesem Weg. Und irgendwann musste auch der letzte Winkel der Welt erschüttert werden: Grönland.

Grönland war seit über 200 Jahren durch Dänemark kolonialisiert und wer etwas anderes wollte, als in der Fischfabrik zu arbeiten, musste sich ins 4.000 Kilometer entfernte Königreich für eine Ausbildung oder ein Studium begeben. So trafen sich 1972 vier grönländische Studenten in Kopenhagen, die darüber und andere gesellschaftliche und soziale Missstände wütend waren. Allen voran Malik Høegh, der politische Lyriker und Per Berthelsen, der den Worten Takt und eine Melodie gab. Das Besondere? Es war auf Grönländisch: die erste Grönländische Rockband war geboren. Sumé! Sie besang vor allem die Unterdrückung der Inuit durch die von ihnen als Besatzung empfundenen Dän_innen.

Nedlagt Dorf Grönland

Nedlagt

In dieser bewegenden Dokumentation kommen die Bandmitglieder zu Wort, sie erzählen, was ihnen die Zeit gebracht hat. Dazu kommen Aufnahmen ihrer Auftritte und des historischen Grönlands: wunderschöne Landschaftsaufnahmen und Menschen in Trachten, man hört aber auch die rassistischen Aussagen der vermeintlichen Elite. Der Druck, sich davon zu befreien und die eigene Kultur vor dem Auseinanderbrechen zu bewahren -sogar der Unterricht war ausschließlich auf Dänisch- ist mehr als spürbar. (Nein, Pegida, ihr seid nicht mal ansatzweise Kumpels im Geiste mit denen!). Die Gespräche und Berichte der in die Jahre gekommenen Fans sind so rührend und der Einfluss von Sumé dort bis heute nachvollziehbar. Drei Studioalben haben sie zwischen 1973-1977 veröffentlicht, 1988 gab es noch einmal ein Reunionalbum und ich glaub, ich will jetzt auch eine CD haben.

Der Film war schon auf der Berlinale 2015 sehr beliebt und wird nun ab dem 21. Januar 2016 endlich in unseren Kinos laufen! Ich kann euch dieses Zeitdokument nur ans Herz legen, selten hab ich so etwas Liebevolles und Ambitioniertes gesehen. Ihr werdet Fernweh bekommen und Euch daran erinnern, woran ihr als Teenager geglaubt habt und wie ihr die Welt verbessern wolltet. Mit der richtigen Mucke im Hintergrund glaubt man ja auch noch an alles und vielleicht sollten wir uns das alle mal wieder zurückerobern.

Bandmitglieder waren Malik Høegh, Per Berthelsen, Hans Fleischer, Emil Larsen, Sakio Nielsen, Karl Sivertsen, Nikolaj Steenstrup, Erik Hammeken.

Diskografie
Sumut (1973, Demos)
Inuit Nunnat (1974, Demos)
Sume (1977, ULO)
1973-76 (1988, ULO)



Friederike

In einer Höhle voller Bücher von Plattensammlern aufgezogen, sozialisiert in idyllischer Randbezirkplatte durch ABBA, Elvis und Nirvana, schulternwippend in die Kaschemmen und Tanztempel der Stadt gewankt, bin ich jetzt graduierte Popnutte. Schon immer eher Beobachterin als Macherin, frage ich, was die Entscheidung für das Künstlerleben so mit sich bringt.


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