Entfesselt die Dämonen! Skunk Anansie | Neues Album + Tour

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  • Beitrag zuletzt geändert am:1. November 2018
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Unvergesslich: Das erste Konzert

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Text: Corinna Sauer | Foto: Yvonne Hartmann

Im Laufe der Jahre häufen sich naturgemäß diverse Erlebnisse im Allgemeinen, so wie auch ganz unterschiedliche Konzerterlebnisse an. Viele erinnern sich an ihr erstes Konzert und oftmals ist es lustig bis peinlich, für welche Band oder welche_n Musiker_in man sich in jungen Jahren so begeistert hat, dass man willens war, Geld für ein Ticket auszugeben. Trotzdem ist dieses erste Konzert etwas Besonderes und bleibt in Erinnerung. Und dann erlebt man irgendwann das erste Konzert, das einem tatsächlich die Schuhe auszieht, einen mitreißt und berührt und man denkt: Ach, so kann sich das anfühlen! Vergleichbar vielleicht mit dem ersten Kuss, der nicht immer wirklich romantisch oder wahnsinnig aufregend ist, während man das Gefühl hat, das erste mal geküsst zu werden, wenn man tatsächlich verliebt ist. Bei mir war es zumindest so. Sowohl was den Kuss als auch was das Konzert betrifft. Und dieses erste besondere Konzerterlebnis hat mir die britische Band Skunk Anansie beschert. Dass die vier in ihrer Originalformation im Februar wieder auf Tour sein werden, ist für mich Anlass, mich noch einmal an diesen Sommertag im Jahre 1999 zu erinnern, an dem ich die Band auf einer der Bühnen beim Hurricane Festival erlebt habe.

An einem Sommertag im Jahre 1999

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Skunk Anansie hatten grade zuvor ihr drittes Album „Post Orgasmic Chill“ veröffentlicht. Ich war zu dem Zeitpunkt schon Fan ihrer beiden Vorgängeralben „Paranoid and Sunburnt“ und „Stoosh“, wobei ich mir mit meinen +/- 16 Jahren etwas darauf einbildete, nicht nur die radiotaugliche Hymnen wie „Weak“ oder „Hedonism“ mitsingen zu können, sondern die Alben tatsächlich in und auswendig kannte, wusste, welcher Song auf den anderen folgt und einige von ihnen, aus heutiger Sicht mehr schlecht als recht, selbst auf der Gitarre begleiten konnte. Dieses neue Album, mit seinem neuen Sound, den elektronischen Elementen und eingängigen Passagen, war noch nicht so ganz „meins“. Aber natürlich freute ich mich wie verrückt auf das Konzert und als es soweit war, erkämpfte ich mir einen Platz in den vorderen Reihen vor der riesigen Bühne unter freiem Himmel. Ich weiß noch, dass die Band längere Zeit auf sich warten ließ und sowohl Vorfreude, als auch Alkoholpegel stetig stiegen. Und dann plötzlich ertönte das durchdringende Bass-Intro von „Charlie Big Potatoe“, ging minutenlang durch Mark und Bein, steigerte die Spannung ins fast unerträgliche, bis endlich Skin, die überirdisch charismatische Frontfrau der Band mit einem unisononen Donnerschlag der Instrumente auf die Bühne sprang.

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Wie ein entfesselter Dämon tobte sie auf und ab und ihre durchdringende Stimme und ungebremste Energie brachte das Publikum augenblicklich zum Kochen. Ich sehe mich noch von einer unerwarteten Welle ergriffen im aufbrausenden Menschen-Meer hin und her treiben, um willenlos aber vollkommen glücklich davongetragen zu werden. Ich muss sagen, dass ich mich an Einzelheiten des Konzertes kaum mehr erinnern kann. Und das liegt mit Sicherheit nicht ausschließlich an der Tatsache, dass das Ganze nunmehr siebzehn Jahre her ist, sondern vor allem wohl daran, dass ich zum allerersten Mal erlebt habe, welch ekstatische Intensität ein Konzert haben kann, wenn großartige Musiker_innen es schaffen, Magie zu erzeugen.

Am 15. Januar 2016 erscheint Skunk Anansies sechstes Studioalbum „Anarchytecture“, das die Band Anfang dieses Jahres auf die Bühnen bringen wird. Und mir wird sich erneut die Chance bieten, eines ihrer Konzerte zu besuchen, von dem ich Euch natürlich berichten werde. Zwar wird sich das Erlebnis, was ich hier beschrieben habe, so sicher nicht wiederholen. Und das muss es auch gar nicht. Den ersten Kuss bekommt man ja auch nur einmal. Aber auch ganz unabhängig davon, freue ich mich auf den Auftritt einer Ausnahme-Band, die ihr volles Potential und ihre ganze Energie auf der Bühne entfaltet. Und auch in all den Jahren danach habe ich wenig Vergleichbares erlebt.

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Termine Deutschland:
Freitag, 12.02.2016 // Berlin // Astra Kulturhaus (ausverkauft)
Samstag, 13.02.2016 // Hamburg // Markthalle (ausverkauft)

Diskographie:
1995 – Paranoid and Sunburnt
1996 – Stoosh
1999 – Post Orgasmic Chill
2010 – Wonderlustre
2012 – Black Traffic
2016 – Anarchytecture

Besetzung:
Gesang: Deborah Anne Dyer alias Skin
Gitarre: Martin Ivor Kent alias Ace
Schlagzeug: Mark Richardson
Bass: Richard Keith Lewis alias Cass

Corinna

Ich schreibe nicht gerne über mich, viel lieber berichte ich über andere und insbesondere über Bands, zu denen mich "die Kanzlerin" schickt. In der Fotografie zu Hause, bin ich als Blog-Knipse jedoch hauptsächlich dafür zuständig, meine Eindrücke von Konzerten mit Euch in Form von Bildern zu teilen. Ansonsten erlebe ich gerne Dinge, Menschen, Musik, Orte (jeden Tag auf's Neue und immer wieder gerne Berlin) und was noch so alles erlebbar ist.

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