Wilde Möhre Festival 2017 Nachbericht MUSIKMUSSMIT

Review: Wilde Möhre Festival 2017 | Kunst, Kultur und wildes Treiben

Wilde Möhre Festival vom 10.08.-13.08.2017

Text und Fotos: Isabel Zech + Verena Pfeifer

Donnerstagnachmittag inmitten des dichten Waldes im südlichen Brandenburg werden die letzten Vorbereitungen für das anstehende Wochenende getroffen – ein kleines Waldstück bei Drebkau öffnet bald seine Tore für alle tanzfreudigen Möhrchen!

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Zwischen Immergrün und Kraut und Rüben

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Die Vorfreude ist riesig, denn uns erwarten viele bunte Flecken im Wald, etliche Workshops und gute Beats zum Steppen! Nachdem die meisten ihre Zelte auf den Campingplätzen „Rettich“, „Radieschen“ oder einem anderen Gemüse aufgeschlagen hatten, zog der Großteil schon bei Sonnenuntergang in Richtung Festivalgelände los. Auf den Bühnen „Immergrün“, „Puppenräuber“ oder im „Saloon“ gaben die ersten bekannten und unbekannteren DJs den Auftakt für das lange Wochenende in Drebkau. Zu erkunden gab es am ersten Abend schon so einiges: das Gelände wirkt auf den ersten Blick zwar klein, ist aber riesig, wenn man erst mal alle Geheimgänge im Waldstück gefunden hat.

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Wildschreck

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Abschalten und Eintauchen

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Die restlichen Bühnen auf dem Gelände öffneten schon am darauffolgenden Tag. Auf dem „Wildschreck“ mit seinen großen

Lichtinstallationen war immer am meisten los mit Acts wie Jake The Rapper, Rey&Kjavik, Karotte, Schlepp Geist, Oliver Koletzki, Marcus Worgull und vielen mehr. Auch Bands wie die VIMES, Ätna, Coma, Rasga Rasga und Smith&Smart spielten zwischen Heuballen und Lichterketten. Bis Montag früh konnte man sein Durchhaltevermögen beim Tanzen auf knapp zehn Bühnen zu Techno, House oder Hip Hop beweisen. Immer wieder fand man neue kleine Bühnen und Stellen im Wald, wie dem „Märchenwald,“ dem „Chinesischen Pavillon“, dem „Zauberwald“ oder den wirren Weg zu „Klein Möhritz“. In der Nacht zum Sonntag drehten alle nochmal richtig auf und packten ihre schönsten und buntesten Outfits aus. Der Wald war voll von Lichtern, Tanzstäben und angemalten Menschen, die sich zwischen Tannen und Sträuchern bis zum Morgengrauen die Seele aus dem Leib steppten. Ach Möhre, du bist so schön!

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Chinesischer Garten

Tagsüber heißt es Tanzpause! Wer sich nicht allzu sehr von der langen Nacht erholen musste fand sich auf dem Festivalgelände bei einem der zahlreichen Workshops wieder. Das Angebot reichte von DIY Workshops für Schmuck oder Naturcremes, Batiken, Spraypaint Workshop und Nipple Tassle Kursen bis zu Improtheater und der Thai Yoga Massage. Alle kreativen Köpfe konnten sich über das ganze Wochenende austoben und im Anschluss auf der Tanzfläche ihre Werke präsentieren (Zylinder und Nipple Tassle waren bei Männern sehr beliebt!). Filme, Theater und Lesungen gab es teilweise bis spät in die Nacht. Die kreative Bandbreite war riesig, wobei jede_r Freigeist auf seine/ihre Kosten kam. Genauso kreativ wie die Besucher_innen war auch das Möhre Team bei der Gestaltung des Geländes. Die Bühne wurden von Helfer_innen in mehreren Wochen aus Holz zusammengebaut, bemalt und mit Lichtinstallationen versehen um die Nächte noch bunter zu gestalten.

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Workshop

 

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Ein Ort im Herzen der Natur

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So schön das kleine Festival auch war, muss man sagen, dass auch die Möhre wie jedes andere Festival seine Macken und Fehler hat, an denen man noch arbeiten könnte. Um den Wald komplett sauber zu halten und das grüne Ökokonzept ausnahmslos durchzuziehen, wären mehrere sanitäre Anlagen (in diesem Fall Ökotoiletten) und Duschmöglichkeiten auf dem Gelände von Vorteil gewesen. Der Wald wurde dadurch leider immer mehr vermüllt und die Idee eines grünen und umweltfreundlichen Festivals ging nicht ganz auf. Zudem hatten die Helfer_innen nicht immer den besten Durchblick, wenn es um organisatorische Fragen ging. Hierfür gab es jedoch einen Infopoint, der rund um die Uhr geöffnet hatte.

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Wald

Ein großes Plus ist auf jeden Fall die Sicherheit auf dem Gelände: Während des großen Unwetters am Freitag hat das Orga-Team sofort reagiert. Das Gelände wurde evakuiert und alle Festivalbesucher_innen vom Gelände gebeten, um Schlimmeres zu verhindern. Die matschigen Umstände nach dem Gewitter waren dann zwar nur halb so schön, aber Dreck und Matsch gehören mittlerweile nun mal zum Festivalflair dazu! Wasserstellen, Wohlfühloasen, Sitzgelegenheiten und Essensstände waren wiederum an Genüge vorhanden, wobei auch alle Veganer_innen und Vegetarier_innen berücksichtigt wurden. Man merkte an vielen Ecken und Enden, dass das Festival noch sehr jung ist und deshalb nicht alles ganz glatt lief. Trotzdem ist das Projekt „Möhre“ ein schönes Konzept und der Wald der perfekte Ort für solch ein kleines aber feines Festival, für das sich der lange Anreiseweg aus dem Süden gelohnt hat!

Was waren eure schönsten Momente auf der Wilden Möhre? Lasst uns euren Senf da!



Isa
Wer?

Nach jahrelanger fanatischer Fokussierung auf Punkrock und Indie-Rock kam ich irgendwann auf den Geschmack auch mal etwas anderes zu hören. Seitdem bin ich offen für Neues und Anderes, wie im Moment für HVOB, alt-J, Rampue, Local Natives, Flume, Ten Walls, KYTES, Warpaint und The Vaccines. Und wenn schon keine Musik machen, dann am besten drüber schreiben. Auf zum Festival und ran an die Tasten!


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