PULS Festival 2016 Indoor München Bericht Foto Steffi Rettinger

Review: PULS Festival in München (Indoor)

PULS Festival am 26. November 2016 BR Funkhaus München
Text: Isabel Zech, Fotos: Isabel Zech und Steffi Rettinger / BR (Beitragsbild)

Am vergangenen Wochenende begeisterte uns das PULS Festival des Bayrischen Rundfunks in München (und Erlangen) mit tollen Acts und hippen Aktionen. Wir erzählen euch, wieso trotz Kälte und Regen eine grandiose Festivalstimmung aufkam.

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Das Motto vom PULS: Subjekt, Prädikat, Beleidung, Oida!

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Den Startschuss für den lang ersehnten Festivalabend gaben einige Newcomer, die kurz vorm Durchbruch stehen und auf dem PULS Festival nochmal den ein oder die andere für sich begeistern wollten. Nachdem sich das Publikum beim Biz-Neuling Nick Yume noch einstimmte, bewegte sich die Masse bei den Brüdern von Formation aus London schon wilder zum groovigen Discopunk und feierte dabei deren wichtigstes Instrument: die Kuhglocke! Die Stimmung stieg und stieg und das Publikum stimmte sich mit Glühwein und passendem PULS Radio Bräu auf die Show des Musikkollektivs C.O.W. 牛 ein. Vier mysteriöse Jungs mit übergroßen Pixelgesichter-Masken traten auf die Bühne und brachten die Masse mit ihrem futuristischen Elektro vermischt mit Beat und Bums zum Wippen.

PULS Festival 2016 Indoor München Bericht Foto Steffi Rettinger Formation

Formation – Foto: Steffi Rettinger

Das Publikum war gut drauf und wartete gespannt auf den nächsten Act oder knutschte eben eine Runde rum – oder auch nicht. Und wer mal eine Pause brauchte, machte ein Weißwurstshooting mit seinen Besten oder schoss im Innenhof ein paar schnieke Selfies mit der Diskokugel Konstellation, die den kompletten Innenhof in ein buntes Farbenmeer verwandelte. Neben der Riesenleinwand und einem Imbiss konnte man es sich auch bei fiesem Nieselregen draußen gut gehen lassen und den Festivalsommer noch einmal Revue passieren lassen.

PULS Festival 2016 Indoor München Bericht Foto Isabel Zech

Neben den beiden großen Studios im Hauptgebäude gab es die Kantine, in der die kleineren Acts die Bühne abrissen. Auch der Jungspund Saint aus Malmö spielte hier und sorgte in der proppenvollen Kantine, in der man kaum Platz zum Tanzen hatte, für eine lässige Stimmung. Zusammen mit einer begabten DJane aus Berlin und einem eskalativen Keyboarder begeisterte der 19-Jährige Newcomer den ganzen Raum mit seinen funkigen Hip Hop-Vibes.

Während der melancholische Eigenbrötler Drangsal, bei dem man wegen Überfüllung fast nicht reinkam, seine Lieder zum Besten gab, sorgten die Jungs von Isolation Berlin im Studio 2 nebenan für einen ordentlichen Abriss. Leadsänger Tobi eskalierte heftig auf der Bühne und erinnerte dabei stark an Adam Greens schrägen Tanzstil, vermischt mit Pete Dohertys Bühnenshow zu passend poppigen Schlagereinschlägen von Falko. Klar, was auch sonst.

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Selfies, Mate, Jutebeutel. What else?

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Persönliches Highlight und klarer Gewinner der Herzen an diesem Abend war jedoch RY X, der zusammen mit dem fabelhaften Münchner Rundfunkorchester über eine ganze Stunde für völlige Stille im Studio sorgte. „The two central things that surrounded his life were always music and the ocean.”, schrieb das NYLON Magazin mal über Ry Cuming, der nebenher noch die Projekte Howling und The Acid betreibt. Die Hingabe zur Musik entlockt man vor allem der klaren Engelsstimme des Australiers, die im Studio 1 mit bestem Sound erklingt und den kompletten Raum in seinen Bann zieht.

PULS Festival 2016 Indoor München Bericht Foto Steffi Rettinger

RY X – Foto: Steffi Rettinger

Für den krönenden Abschluss sorgten um kurz vor 2 Uhr die Local Natives aus den USA und entfachten ein letztes Mal an diesem Abend die Festivalstimmung beim PULS Festival 2016. Das Publikum freute sich über alte Klassiker wie „Wide Eyes“ und „Airplanes“ und steppte wild zum neuen Synthie-Sound der Kalifornier mit, denen man ihre 15-wöchige Tour kein bisschen ansah. Wer dann nach 7 Stunden immer noch Lust zum Abzappeln hatte mischte sich danach in die Aftershow Party in der Kantine, die bis 5 Uhr am Morgen andauerte. Und wenn ihr die kurze Version wollt: PULS? Einfach geil!

Im Januar geht’s schon wieder weiter mit guter Musik und wilder Festivalstimmung. Auf dem PULS Clubhaus Festival in Traunstein kann man sich am 05. Januar 2017 von den KYTES, Me + Marie, Die Nerven und Meute etc. begeistern lassen.

Weitere Impressionen bekommt Ihr auf der PULS Homepage.



Isa
Wer?

Nach jahrelanger fanatischer Fokussierung auf Punkrock und Indie-Rock kam ich irgendwann auf den Geschmack auch mal etwas anderes zu hören. Seitdem bin ich offen für Neues und Anderes, wie im Moment für HVOB, alt-J, Rampue, Local Natives, Flume, Ten Walls, KYTES, Warpaint und The Vaccines. Und wenn schon keine Musik machen, dann am besten drüber schreiben. Auf zum Festival und ran an die Tasten!


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