Whomadewho 2018 live im Festsaal Kreuzberg Review MUSIKMUSSMIT

Stagedive, Flirt und Benny Benassi: WhoMadeWho live in Berlin

Text und Fotos: Inken Petersen
Konzert am 2. März 2018 im Festsaal Kreuzberg in Berlin | Support: Niklas Paschburg

Zum ersten Mal sah ich nun den neuen Festsaal Kreuzberg. Ein Lagerhallen-ähnlicher Komplex, der vor allem mit seinen vielen verschiedenen Erhöhungen besticht, von welchen man sitzend oder stehend das Konzertgeschehen verfolgen kann. Hier sollte nun die Album-Tour der neuen Platte „Through The Walls“, welche ich Euch in der Ankündigung beschrieb, fortgesetzt werden.

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Bitte etwas mehr Aufmerksamkeit!

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Zunächst suchte ich mir einen Platz am rechten Rand auf einer Erhöhung. Von hier konnte ich erstmal den Festsaal unter die Lupe nehmen. Obwohl noch eine gute halbe Stunde Zeit war, sicherten sich ein paar Leute, durchgehend weibliche Fans, die vorderste Reihe. So langsam begab ich mich auch nach vorne und wenig später begann der Support Niklas Paschburg seine ruhigen/beruhigenden Stücke, bestehend aus Piano, Elektronics und Akkordeon zu präsentieren. Diese wirklich sehr schönen sphärischen Songs wurden leider nicht vom ganzen Publikum beachtet. Vielleicht lag es daran, dass viele eher auf einen basslastigeren und lauteren Abend eingestellt waren. Ein bisschen mehr Respekt und Aufmerksamkeit wäre jedenfalls nicht verkehrt gewesen, denn auch hier hätten die lauten und permanent redenden Menschen so allerhand an Bass und soundtechnisch ausgeklügelten Effekten entdecken können. Niklas Paschburg bedankte sich jedoch, vielleicht auch mit etwas Witz, bei den Hörer_innen und Berlin und läutete die WhoMadeWho-Show ein.

Whomadewho 2018 live im Festsaal Kreuzberg Review MUSIKMUSSMIT

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Los geht der Abriss

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In der Umbaupause wurde eine ca. 4 Meter hohe Hand mit zwei Augen, welche auch das Albumcover zu Through The Walls ziert, aufgepustet und hinter dem Schlagzeug platziert. Ein wenig ließen WhoMadeWho ihre Fans zappeln und schneiten dann gemeinsam in musikalischer Begleitung eines Intros auf die Bühne. Ab da herrschte eine kochende Stimmung im ausverkauften Festsaal, die sich im Laufe des Abends noch um einiges steigern sollte. „Neighbourhood“ und „Dynasty“, beide auf der aktuellen Platte zu finden, spielten den 19-Songs-langen-Abend ein.

Zunächst war es wirklich mehr als kuschlig und ich befürchtete, dass die zweite Reihe nicht so entspannt werden würde, doch von Song zu Song verschwanden einige nach hinten und das Publikum verteilte sich angenehm. Nun hatte man auch Platz, etwas ausgelassener tanzen zu können und ich erinnerte mich, dass die WhoMadeWho-Show auf dem Rocken am Brocken 2015 auch eher kuschlig, aber absolut ausgelassen gewesen war. Dazu fiel mir nur das Wort: “Abriss“ ein und genau so kam es mir jetzt wieder vor. Ein positiv geladener Abriss.

Die Laune der Band wurde ebenfalls immer besser und Bassist und Sänger Tomas Høffding schäkerte und tanzte mit den Girls der ersten Reihe, was auf mich ganz schön sexuell geladen wirkte. Er ließ die Mädels auch mehrmals seinen Bass zupfen, was dann aber etwas ausartete, da ein / zwei Mädels ihm immer wieder einen Klaps auf den Hintern gaben. Zum Glück konnte er jederzeit nach hinten auf die Bühne ausweichen.

Einer der weiteren Songs des neuen Albums war das namensgebende „Through The Walls“, welches auf mich total magisch und ein bisschen wie aus einem Musical stammend wirkt. Die Live-Version war leider etwas abgespeckt, da das Original von einer Frauenstimme begleitet wird. Da dieser Song nun von Høffding und Sänger und Gitarrist Jeppe Kjellberg besungen wurde, fehlte es etwas an weiblichem Charme.

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Vom Stagedive bis zu Benny Benassi

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Zur Freude des Publikums waren auch Songs der älteren Alben dabei, wie z.B. „Space For Rent“, „Inside World“, „Ember“, „Darkness“, „Cherry Moon“, „Keep Me In My Plane“ oder „Heads Above“. Diese wurden mindestens genauso wie die neuen Stücke abgefeiert. Auch die Band wirkte durchweg gut gelaunt und Tomas begab sich sogar einmal in die Menge, was von seinem Kollegen Jeppe Kjellberg mit einem Stagedive kommentiert wurde, welcher einmal komplett von der Bühne bis zur letzten Reihe und wieder zurück reichte. Auch untereinander bespaßten sie sich und hielten mit dem Drummer Tomas Barfod immer wieder Blickkontakt.

Nach langem Applaus folgten drei Zugaben, welche aus „Goodbye To All I Know“, „I Don´t Know“ und „The Loop“ bestanden. Die ersten beiden, beide vom aktuellen Album, wurden jedoch in einer abgewandelten Form dargeboten. „I Don´t Know“ ist eigentlich mein liebstes Stück der Platte. Ich mag die ruhigen Rhythmen und den orientalisch angehauchten Gesang. Was wir hier zu hören bekamen, war jedoch eine krasse Techno-Version. Die Fans fanden sie ziemlich gut, wie es schien. Ich war jedoch etwas traurig, da ich mich auf dieses Lied besonders gefreut hatte.

WhoMadeWho verließen erneut die Bühne und betraten sie abermals nach nicht endendem Applaus. Die letzte Zugabe war dann „Satisfaction“, ein Benny Benassi Cover, welches von der Menge auch fast durchgängig gefeiert wurde.

Ich fand den Abend wirklich sehr gelungen und kann nur sagen: „Macht weiter so, Männers!“


WhoMadeWho ab Februar auf Tour! | Gästelistenplätze

 



Inken
Wer?

Ich zeichne und gestalte gerne Dinge & Räume um, stöbere gerne rum, sei es in der Natur, Städten, auf Flohmärkten oder in Gesprächen. Außer Musik mag ich unter anderem Katzen, Kunst und Knuspermüsli. Ich höre Musik von Foals, Cage the Elephant, Abby, Django Django, Life in Film, Kurt Vile, Tame Impala, Balthazar, Say Yes Dog, Acollective, Xul Zolar, Talking to Turtles, Martin Kohlstedt, Talisco, Charity Children, Kasabian, Beatsteaks, Chet Faker, Deerhunter, Bonaparte, uvm.


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