Nick Murphy aka Chet Faker live in Berlin Konzertbericht MUSIKMUSSMIT

Facettenreich: Nick Murphy aka Chet Faker live in Berlin

Konzert am 22. November 2017 in der Columbiahalle in Berlin | Support: Heathered Pearls
Text und Fotos: Inken Petersen

Am Mittwoch, den 22. November 2017 begab ich mich anlässlich des Nick Murphy-Konzertes in die Columbiahalle. Der Einlass startete bereits 18:30 Uhr und 20 Uhr sollte der Support Heathered Pearls beginnen. 19:15 Uhr waren wir da und suchten uns ein etwas ruhigeres Plätzchen oben auf dem Rang, von dem wir eine überragende Sicht hatten.

Pünktlich um 20 Uhr legte Heathered Pearls los. Wie er später betonte, hat man es zu solch einer Zeit als Techno-DJ nicht gerade leicht, aber bei vielen Menschen fanden seine Sets Anklang. Mich stimmte der teilweise etwas härtere Techno nicht so wirklich auf Nick Murphy ein, der an Variabilität und Melodien hingegen so einiges zu bieten hat, was er an diesem Abend wieder einmal unter Beweis stellte.

Besonders gespannt war ich auf die Umsetzung seines neuen Stils, seines neuen Namens, der, wie ich Euch bereits beschrieb, einfach nur sein bürgerlicher Name ist. Aus Chet Faker wurde somit Nick Murphy, doch hat er auch seine Bühnenpräsenz verändert und wird er die alten Stücke, welche unter seinem Künstlernamen veröffentlicht wurden, vielleicht gar nicht spielen? Als Chet Faker sah ich den bärtigen Mann bereits vor 3,5 Jahren auf dem MS Dockville Festival und mein Fan-Dasein wuchs dadurch noch ein wenig mehr.

Nick Murphy aka Chet Faker live in Berlin Konzertbericht MUSIKMUSSMIT

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Die perfekte Mischung

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Nachdem alle Instrumente auf Vordermann gebracht worden waren, betrat Nick samt 4-köpfiger Band unter dem energiegeladenen „Bye“ die große Bühne der Columbiahalle und zögerte gar nicht lange. Auch wenn man den australischen Künstler guter Dinge als Profi bezeichnen kann, schien er bei „Gold“ doch ein Mü nervös und angespannt. Nachdem er das etwas entspanntere „I´m Ready“ präsentierte, war er dann im wahrsten Sinne des Wortes sichtlich bereit und die Nervosität entschwunden. Im Wechsel folgten ein Lied, welches unter seinem alten Künstlernamen Chet Faker veröffentlicht worden war, dann wieder eins unter seinem neuen und bürgerlichen Namen Nick Murphy. Ebenfalls hatte Nick den DJ, Produzenten und Multi-Instrumentalisten Marcus Marr mit am Start, mit welchem er „The Trouble With Us“, „Birthday Card“ und „Killing Jar“ präsentierte. Obwohl die „Work“-EP unter Chet Faker und Marcus Marr nicht so recht bei den Fans ankommen wollte, waren die Fans von deren Live-Version durchaus angetan. Man muss dazu jedoch sagen, dass sie schon recht poppig und etwas „mainstreamig“ sind…aber wem es gefällt!? Der restliche Auftritt hingegen tendierte teils schon in eine rockige Richtung oder bestand aus alt-geliebten und neu-gern-gewonnenen Stücken, welche teilweise in abgewandelter Form präsentiert wurden.

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Im Vorhinein fragte ich mich, ob wohl auch die alten Songs gespielt werden würden und wenn ja, wie viele es wohl sein würden. Nun kann ich sagen, dass es wirklich eine perfekte Mischung aus Altem und Neuem war. Als bisheriger Chet Faker Fan wurde man nicht enttäuscht und ganz sachte an die Nick Murphy – Songs herangeführt.

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Verwegen und edel zugleich

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Der bärtige Mann tigerte während des Konzertes immer und immer wieder auf der Bühne herum. Dabei hielt er besonders den Kontakt zum Drummer aufrecht. Im nächsten Moment schien er wie die Ruhe selbst und bezirzte das Micro mit seiner souligen Stimme, welche live doch etwas heller als auf Platte wirkt. Sein Auftreten oder viel mehr sein Äußeres schwankte zwischen verwegen/lässig und edel. Er trug einen Anzug, unter welchem jedoch das Hemd nicht ganz zugeknöpft war und seine Haare (+ Bart) sahen ein wenig so aus, als ob er sie dem Wildwuchs überließ. Jedoch waren sie fein nach hinten gekämmt.

Ich habe hier mal versucht, Euch die Setlist des Abends festzuhalten:

Bye (Missing Link EP)
Gold (Built On Glass)
I´m Ready (Missing Link EP)
1998 (Built On Glass)
Weak Education (Missing Link EP)
The Trouble With Us (Work EP + Marcus Marr)
Birthday Card (Work EP + Marcus Marr)
Burning Skin (Unreleased Chet Faker Song)
To Me (Built On Glass)
Killing Jar (Work EP + Marcus Marr)
Forget About Me (Missing Link EP)
Cigs & Loneliness (Built On Glass)
Talk Is Cheap (Built On Glass)
Fear Less (Nick Murphy Single)
Believe
Medication (Nick Murphy Single)

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Nach kurzem Verschwinden folgten zwei Zugaben. Für die erste setzte sich Nick an das Klavier und bedankte sich. Daraufhin spielte er eine Ballade, welche „Believe“ oder „Believe Me“ hieß und an der er schon seit langem schreibe. Er drehte das Mikro zur Seite und sang ganz leise für das mehr oder weniger noch aufmerksame Publikum. Von oben konnte ich gut beobachten, wie sich die ersten Ströme schon zum Ausgang quetschten und von dort ein nicht zu überhörendes Gemurmel entstand. Schade. Das stellte sich Nick sicher anders vor, aber er zog es durch und erst für das folgende Stück griff er wieder zum Mikrofon.
…mit dem explosiven Stück „Medication“ beendete Murphy den Abend.

Spannend bleibt die Entwicklung des Künstlers auf jeden Fall und ich hätte nichts dagegen, ihn in meinem nächsten Festival-Sommer willkommen zu heißen.



Inken
Wer?

Ich zeichne und gestalte gerne Dinge & Räume um, stöbere gerne rum, sei es in der Natur, Städten, auf Flohmärkten oder in Gesprächen. Außer Musik mag ich unter anderem Katzen, Kunst und Knuspermüsli.
Ich höre Musik von Foals, Cage the Elephant, Abby, Django Django, Life in Film, Kurt Vile, Tame Impala, Balthazar, Say Yes Dog, Acollective, Xul Zolar, Talking to Turtles, Martin Kohlstedt, Talisco, Charity Children, Kasabian, Beatsteaks, Chet Faker, Deerhunter, Bonaparte, uvm.


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