Charlie Cunningham Konzert in Leipzig

Konzertbericht: Charlie Cunningham in Leipzig

Konzert am 25. Feburar 2016 im Werk2 – Kulturfabrik Leipzig e.V.
Text und Fotos: Inken Petersen

Berlin – statistisch gesehen der größte Fan

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Als ich erfuhr, dass Charlie Cunningham wieder auf Tour geht und diesmal sogar Leipzig mit seinen spanischen Klängen bespielen wird, war mir klar, dass ich mir das nicht entgehen lassen kann (meine Ankündigung könnt Ihr hier nachlesen). Die Clubs, in denen er nun spielt, sind um einiges größer geworden. Letztes Jahr noch im Privatclub, war der gute Mann in diesem Jahr im Lido (beide in Berlin) zu bewundern. Das erste Mal hörte ich „Lights Off“ 2014 bei FluxFm, durchstöberte das Netz, fand fast durchgehend Akustik Sessions und davon lediglich ca. sechs Stück. Ganz spontan bewegte ich mich zu seiner Show im März 2015 in den Privatclub und war sofort auf Charlie-Welle.

Einen kleinen Einblick in die spanischen Flamenco-Rhythmen kombiniert mit seiner ruhigen, aber kraftvollen Stimme bekommt man durch seine zwei EP´s „Breather“ und „Outside Things“, seine Live-Auftritte machen umso einiges deutlicher, wie seine Zeit in Spanien ihn beeinflusst hat. Aktuell lebt Charlie in London, was ihn jedoch nicht daran hindert – besonders hierzulande – immer beliebter zu werden. Laut einer Spotify-Statistik hat er gemäß dieser Rangliste weltweit in folgenden Städten die meisten Hörer_innen: 1. Berlin, 2. Hamburg, 3. München, 4. Köln und 5. Stuttgart

Ein humorvoller Brite & so manch Störenfried

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Charlie ein zweites Mal bewundern! Nun war es soweit und ich setzte mich in die dritte Reihe. Claudia Tierling legte los und stimmte das Publikum auf der Gitarre und mit ihrer zarten Stimme auf den darauffolgenden Charlie Cunningham ein. Sie passte super zu dem Abend: entspannt, ruhig.
Erst ein paar Tage vor Cunninghams Leipziger Konzert erschien der neue Track „Heights“, welcher auf der im April erscheinenden, gleichnamigen EP zu finden sein wird. Dieses spielte er leider gar nicht, was ich toll gefunden hätte, da ihn dort ein Klavier begleitet. An den alten Songs hat es nicht gefehlt. Da waren so gut wie alle der beiden EP´s vertreten und sogar zwei unbekannte kamen hinzu. Welch Glück!

Als Einleitung einiger Lieder zupfte er ein Vorspiel auf seiner Gitarre, natürlich im Flamenco-Stil, was anfangs etwas verwirrend, aber wunderschön war und nach seiner Erklärung zu einer sinnmachenden Einheit wurde. Man möchte meinen, dass seine Stücke düster sein könnten, so kündigte er sie selbst an, doch zwischendurch streute er sein verschmitztes Grinsen durch den Raum. Als ein Bier umfiel herrschte kein peinliches Schweigen, nein. Charlie meinte einfach nur: „It´s okay. It´s empty“, da konnte beim zweiten umfallenden Bier nur ein Lachen durch den Raum gehen. Und das trotz „creepy“ Songs.

Charlie Cunningham live in Leipzig

Charlie Cunningham live in Leipzig

Das Publikum war während des Konzertes sehr ruhig. Ist bei einem Sitzkonzert auch fast nicht anders zu erwarten. Traurigerweise hatten sich zwei Schwätzer hinter uns platziert, die während des ganzen Supports über quasselten. Muss das denn sein? Nach ungefähr einer Stunde war das Konzert vorbei und es gab noch eine Zugabe, ein neuer Song. Charlie wirkte ganz gerührt und verkündete stolz, dass im Mai sein Album erscheint. (Dem fiebere ich schon wie verrückt entgegen!)

Ich hätte mir ein Klavier gewünscht und dass das Konzert noch mindestens drei Stunden länger geht, aber ich will nicht klagen, es war schon perfekt und ich würde mir jeder Zeit wieder ein Konzert von Charlie geben. Für Leute, die ihn nicht kennen, laut Spotify klingt er wie: Kids Of Adelaide, Deer Bear, Jonas David, Jackson Dyer.

Tourdaten
27. Mai 2016 – Farm, Scarborough, UK
08. Juni 2016 – Fabricia Estrella Damm, Barcelona, Spanien
09. Juni 2016 – Café Berlin, Madrid, Spanien
18. Juni 2016 – Botanique, Brüssel, Belgien
24. Juni 2016 – Blues´n´Jazz, Rapperswil-Jona, Schweiz
25. Juni 2016 – Piknikk i Parken, Oslo, Norwegen

Diskografie
2014 – Outside Things EP
2015 – Breather EP
2016 – Heights EP



Inken
Wer?

Ich zeichne und gestalte gerne Dinge & Räume um, stöbere gerne rum, sei es in der Natur, Städten, auf Flohmärkten oder in Gesprächen. Außer Musik mag ich unter anderem Katzen, Kunst und Knuspermüsli. Ich höre Musik von Foals, Cage the Elephant, Abby, Django Django, Life in Film, Kurt Vile, Tame Impala, Balthazar, Say Yes Dog, Acollective, Xul Zolar, Talking to Turtles, Martin Kohlstedt, Talisco, Charity Children, Kasabian, Beatsteaks, Chet Faker, Deerhunter, Bonaparte, uvm.


'Konzertbericht: Charlie Cunningham in Leipzig' has 1 comment

  1. 5. Februar 2017 @ 20:30 Charlie Cunningham kommt mit neuen Album auf Tour ⋆ MUSIKMUSSMIT

    […] nun schon seit geraumer Zeit, weswegen ich seine Klänge bereits im Privatclub in Berlin und im Werk 2 in Leipzig wahrnahm (beides von der Autorin Inken Petersen verfasst). Es wird einfach nie langweilig, ihm […]


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