Funkspruch aus Hamburg

Vorgestellt: Funkspruch aus Hamburg | Interview

Rock mit deutschen Texten aus Norddeutschland

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Im Norden ist es schön, das kann ich aus eigener Erfahrung absolut bestätigen. Uns (Ex-)Nordlichtern wird ja immer unterstellt, wir seien etwas unterkühlt. Nun ja, dafür snackt wi platt, ha! Und gegen Unterkühlung lässt sich auch was machen – einfach mal Rockmusik hören und das so richtig schön laut!

Funkspruch aus Hamburg machen genau das – Rockmusik. Und haltet Euch fest, die Jungs stehen beim SPH Bandcontest im Finale! Dieser Bandcontest ist der größte in Deutschland und genau dort stehen sie mit zehn weiteren Bands im Finale. Am 16. Januar 2016 findet dieser in Montabaur statt. Durchsetzen konnten sie sich gegen ca. 2.000 Bewerber_innen und letztendlich 1.000 Teilnehmer_innen. Glückwunsch, das muss man erst einmal nachmachen, davon habe ich während meiner Bandzeit nur träumen können. Außerdem standen sie im Sommer 2015 beim Deichbrand-Festival auf der Bühne.

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Album „Tapetenwechsel“ gewinnen

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Wenn Ihr wissen wollt, wie ihr Debütalbum „Tapetenwechsel“ klingt, dürft Ihr uns gerne eine Mail mit dem Betreff „FUNKSPRUCH“ an info@musikmussmit.de schicken. Wir verlosen ein handsigniertes Exemplar. Einsendeschluss ist der 22. Januar 2016 // 17 Uhr. Es gelten wie immer unsere Gewinnspielbedingungen.

Funkspruch aus Hamburg

Tapetenwechsel. Foto: Janes Trettin

Sie wollen zeigen, dass der Norden rockt, wir drücken ihnen die Daumen!

Die Fragen wurden uns per Mail beantwortet.

Stellt Euch doch mal kurz vor: Wer seid ihr?
Wir sind vier Studenten aus der Nähe von Hamburg im Alter zwischen 20 und 23 Jahren. Zusammen rocken wir unter dem Namen FUNKSPRUCH die Bühne.  Wenn wir nicht zusammen unterwegs sind würden wir uns mit den Namen Albrecht, Vincent, Tim und Kilian vorstellen. Albrecht an der Gitarre, Vincent am Bass, Tim sitzt an den Drums und Kilian der Sänger.

Seit wann und woher kennt ihr Euch?
Völlig blind für das musikalische Schaffen des anderen sind wir uns schon früh auf dem Schulhof über den Weg gelaufen. Wir hätten sicherlich schon früher begonnen zusammen Musik zu machen, wenn wir voneinander gewußt hätten.  Erst kurz vor dem Abitur hat uns unser Gitarrist Albrecht, der schweigsam parallel mit jedem von uns Musik gemacht hat, zusammengeführt. Die ersten Schritte als Band haben wir unter anderem Namen und in anderer Besetzung im Jahr 2011 gewagt. Nach der zweijährigen Findungsphase haben wir Funkspruch gegründet und bis heute hat Name und Besetzung bestand.

Wie entstehen eure Songs? Erzählt doch mal.
Um zu erklären, wie unsere Songs entstehen, müssen wir zunächst einmal erläutern, wo unsere Songs entstehen. Wir haben das Glück über eine eigene Bandwohnung zu verfügen, die wir frei gestalten konnten. Die Bandwohnung in Tostedt, der Ort vor den Toren Hamburgs, in dem wir groß geworden sind, liegt zwischen diversen Geschäften, die um 18:00 Uhr schließen. Warum das so wichtig ist? Wir können komplett frei entscheiden wie lange, wie laut und unter welchen Bedingungen wir unsere Songs schreiben. Das gibt uns eine enorme Freiheit und fördert die Kreativität.
Rein technisch betrachtet beginnt das Songwriting meist mit dem Text oder der Gitarrenmelodie. Wenn diese beiden Elemente verbunden sind, steht das Grundgerüst. Dieses Grundgerüst wird aus dem Garten, dem Wohnzimmer oder der Küche mit in den Proberaum genommen. Dort jammen wir die Idee alle zusammen und feilen daran bis die Sonne wieder aufgeht. Wenn uns die Idee bei der nächsten Probe immer noch gefällt, dann beschäftigen wir uns intensiver mit der Idee. Wo sollen Drum Fills eingebaut werden? Braucht der Song ein Intro oder beginnt der Gesang? Nicht selten kommt es vor, dass der Ursprungstext auseinandergenommen und an anderen Stellen wieder zusammengeflickt wird.  Aus den letzten Zeilen wird deutlich: Eine genaue Anleitung fürs Songwriting gibt es nicht. Ein paar unerläßliche Dinge jedoch sind essentiell: Zeit, Freiheit und eine harmonische Stimmung untereinander.

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Ihr kommt aus Hamburg: In welchen Clubs habt ihr schon gespielt und wo würdet ihr gerne mal spielen?
Hamburg bietet tolle Bühnen für junge Musiker. Unseren ersten Auftritt in Hamburg hatten wir im Thomas Read. Das Thomas Read ist zugleich größter Club, Bar und Disco auf der legendären Reeperbahn. Trotz gutem Kartenverkauf waren wir natürlich aufgeregt und im Vergleich zu heute ein wenig unsicher, wie wohl das Hamburger Publikum auf uns reagiert. Das sollte sich mit den ersten Tönen ändern: Unser erster größerer Auftritt wurde zu einer unvergeßlichen Party. Das lag vor allem am tollen Publikum.

Durch diesen Abend und dem Verlangen nach mehr haben wir uns beim SPH-Bandcontest beworben und einige Wochen später, nach Vorrunde und Stadtfinale, fanden wir uns im Regionalfinale auf der Bühne des Nachtasyls wieder.  Eine wirklich schöne Location hoch oben unter dem Dach des bekannten Thalia Theaters. Bunte Lichter, die tief von den hohen Decken hängen und eine sympathische Raumaufteilung sorgten für Stimmung. Ein paar Wochen später durften wir dann im Finale-Nord St. Pauli erobern. Im fünften Stock des Bunkers liegt die Location Terrace Hill. Von der Terrasse der Location gibt es einen einmaligen Blick über Hamburg.  Schon dafür lohnt sich ein Besuch! Die Bühne ist groß geschnitten und der Zuschauerraum faßt 400 Personen. Am Ende des Abends haben wir den Entscheid gewonnen und haben somit das Bundesfinale des SPH-Bandcontests erreicht. Auch deswegen verbinden wir mit der Location große Emotionen!

Wenn es nach uns geht hätten wir nichts dagegen im Stadtpark in Hamburg zu spielen. Im Gegenteil: Ein absoluter Traum von uns. Ohne Dach über dem Kopf haben wir bisher nur beim Deichbrand-Festival gespielt und die Erinnerung daran lösen eine größe Sehnsucht nach Open-Air aus. Was gibt es schöneres, als mit vielen Leuten bei Sonnenschein zu Rockmusik zu tanzen?

Mit welcher Band würdet ihr gerne mal auf Tour gehen?
Es gibt einige Bands, die wir sehr gerne begleiten würden. Die Band Madsen wirkt sehr sympathisch und besticht durch ihren nordischen Charme. Ein Gespräch bei einem kühlen Bier mit Johannes Madsen, wenn die Zeit auf einer großen Tour so etwas zuläßt, hätte was. Auch die Jungs von Kraftklub wirken lässig und mit unserer Musik würden wir perfekt ins Vorprogramm passen. Generell sind wir vollkommen offen und seien wir mal ehrlich: Klopft eine große Band an, dann lassen wir alles stehen und liegen.

Ihr nennt euch Funkspruch. Wie seid ihr auf den Namen gekommen?
Ein Funkspruch ist eine einfache Art der Kommunikation. Und das ist genau unser Ansatz. Wieso in Rätseln sprechen? Wieso nur die eigene Gefühlswelt auf die Bühne bringen? Wir wollen Klartext sprechen, ohne dabei vulgär oder banal zu werden. Und wir wollen kommunizieren. Unsere Geschichten sind keine Geschichten, die nur unser Inneres beschreiben. Unsere Texte entstehen aus dem was unsere Freunde, Bekannte und Mitmenschen uns erzählen, zeigen oder machen.  Funkspruch sind genau genommen nicht vier junge Männer aus Hamburg, sondern hunderte Geschichten, Eindrücke und Menschen.

Das zeigt sich auch in der Namensfindung. Wir saßen auf dem großen Sofa in der Bandwohnung und dachten uns: Das Kind braucht einen Namen. Mit Stift und Zettel bewaffnet begann das Brainstorming. Irgendwann, lag irgendwo, irgendein Stück Papier mit dem Wort „Funkspruch“ beschrieben. Jeder von uns beanspruchte damals der Verfasser zu sein. Wahrscheinlich war es niemand von uns und der Zettel lag schon immer still und leise dort und wollte gefunden werden. Erfahren werden wir es nie. Schicksal?

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Ihr bezeichnet eure Musik als Rock. Welches sind eure Einflüsse? Um welche Musik macht ihr einen großen Bogen?
Vielleicht ist das der Grund, warum wir einst auf dem Schulhof stillschweigend aneinander vorbei gingen. Albrecht bevorzugt die Richtung RHCP, Blink 182 aber auch Rise Against. Als Gitarrist ist sein Musikgeschmack natürlich durch das sechssaitige Instrument geprägt. Tim bevorzugt Hard Rock wie AC/DC und Airbourne und hat schon früh zu den Instrumentalen dieser Bands seine Drums gespielt.

Damals hieß es: Kopfhörer auf und die Nachbarn ärgern. Unser Bassist Vincent kommt, geprägt durch seine musikalischen Eltern, aus dem Genre Jazz. Im Laufe der Zeit kamen Hip Hop und Reggae dazu, wodurch Vince einen eigenen Stil entwickelt hat. Kilian hört gerne Musik mit klugem Text. Es geht weniger um das Genre, sondern viel mehr um die Qualität der Wörter und um die Intention des Künstlers. An dieser Stelle kommt die Brücke zum Fragezusatz, um welche Musik wir einen großen Bogen machen: Um keine. Jedes Gerne hat seinen speziellen Reiz und manchmal verbirgt sich hinter dem skurrilen Song aus dem Spartenradiosender der beste Text.

Es ist wichtig jede Art von Musik zu respektieren. Wenn einem ein Song nach 2 Minuten nicht gefällt, so sollte man diesen Song doch bis zum Ende hören. Manchmal passiert in Minute 3 etwas, was die Wirkung eines Songs komplett verändert.  Offen sein für Inspiration!

Was steht in nächster Zeit bei euch an?
Zunächst spielen wir beim SPH-Bandcontest im Bundesfinale am 16.01.2016 in Montabaur. Danach haben wir eine zeitintensive EP-Produktion im Kalender eingetragen. Da diese EP professionell aufgenommen wird und wir jeden Tag vom morgens bis abends im Tonstudio verbringen werden, sind aktuell keine Konzerte für den Zeitraum Februar/März geplant.

Welches sind Eure 5 All-Time-Lieblingsplatten?

Nummer 1: Red Hot Chili Peppers – Stadium Arcadium
Mit großem Abstand das beste Doppelalbum der Welt. Diese beiden CDs haben für jede Stimmung den passenden Song.

Nummer 2: Nirvana – MTV Unplugged in New York
Zum Glück wurde dieses Album veröffentlicht. Wenn Kurt Cobain singt, dann hört man seine Haltung gegenüber seiner Umwelt. Sehr ehrlich und ungekünstelt.

Nummer 3: AC/DC – Back in Black
Das weltweit meisterverkaufte Hardrockalbum der Geschichte. Mehr muss man zu dieser Scheibe nicht sagen.

Nummer 4: Blink 182 – Take Off  Your Pants and Jacket
In drei Wochen im kleinen Proberaum geschrieben. Es klingt nach einem spontanen Spaß – das löst das Album auch aus! Nagel auf den Kopf getroffen!

Nummer 5: Puddle of Mudd – Come Clean
Alleine die beiden Hitsingles „She Hates Me“ und besonders „Blurry“ sprechen für sich. Schöner, rotziger Rock.

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Funkspruch sind: Gesang: Kilian Kremer // Gitarre: Albrecht Bergemann // Bass: Vincent Heinsohn // Schlagzeug: Tim Strauß

Wenn Dir die Musik von Funkruch gefällt, dann gefällt Dir vielleicht auch das, was [platzhalter!] aus Berlin oder Labasheeda aus Amsterdam machen.



Angela
Wer?

Ich mag Serien (derzeit oder kürzlich auf der Mattscheibe gehabt: Narcos, House Of Cards, Bloodline, The Get Down), das Tempelhofer Feld, mein Longboard, Flughäfen, Portugal, Senf, Jogginghose, Erdnusslocken, ausschlafen, frühstücken, Euch und natürlich Musik. Ich mag auch vieles nicht - z. Bsp. Fisch, vollgestopfte U-Bahnen oder kalte Füße.


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