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2016 – Alben des Jahres | Jahresrückblick Jenny

Alben des Jahres 2016

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Text und Auswahl: Jenny

Okay, das hat mich ganz schön Zeit und Nerven gekostet, denn das musikalische Jahr 2016 war im Gegensatz zum politischen und gesellschaftlichen Jahr deutlich herausragender. Somit habe ich am Ende noch 10 Alben gefunden, allerdings konnte ich mit besten Willen kein Ranking mehr hinbekommen. Daher hier meine Top 10 ohne Ranking.

Kendrick Lamar – Untitled Unmastered

Also „To Pimp A Butterfly“ zu toppen wäre schon ein wenig frech gewesen nach der kurzen Zeitspanne, aber dennoch ein gutes Album, wenn es auch vom Sound her fast roh klingt, dafür aber seine Wurzeln viel tiefer im Jazz vergräbt. Eigentlich sagt der Titel auch schon alles.

Dinosaur Jr – Give Me A Glimpse Of What Yer Not

Was hier neben dem eingängigen Sound begeistert, ist, dass die Band seit so langer Zeit an diesem Sound festhält und es immer noch verdammt gut ist! Und trotzdem klingt die neue Platte als würde man sie zum ersten Mal hören. Großes Ding!

Solange – A Seat At The Table

Mit diesem Album fordert Solange Knowles ihren Platz am Tisch; als schwarze Frau in Amerika. Gestopft mit politischen Aussagen und starken lyrischen Passagen macht sich die Schwester von Beyoncé auf in den Kampf für Emanzipation und Gleichberechtigung.

Leonard Cohen – You Want It Darker

Was für ein Titel, was für ein Album! Eigentlich klang es von Beginn an nach Abschied, aber dass dies dann bittere Wahrheit wurde, damit konnte ja keiner rechnen. Gemeinsam mit seinem Sohn hat er die akustische Abschiedskarte aufgenommen – und entwickelte das vielleicht düsterste aller seiner Alben.

A Tribe Called Quest – We Got It From Here… Thank You 4 Your Service

Ja, auch hier wieder eine alte Band, die nochmals aufblüht. Nach dem Tod von Bandmitglied und Mitbegründer Phife Dawg lassen sie sich ein letztes Album nicht nehmen und hauen ihr (wahrscheinlich wirklich) letztes Werk raus. Und das ist extrem gut geworden!

Anderson.Paak – Malibu

Wieder so eine soulige Scheibe mit viel Gefühl, aber starken Lyrics. Der von Dr. Dre entdeckte Künstler hat schon so einiges veröffentlicht, aber dieses Album (dem er im Herbst des Jahres direkt noch ein Album hinterher schob) sorgt für gute Laune!

Christian Löffler – Mare

Schon sein Debütalbum war eher von Zurückhaltung geprägt, was den House-Sound angeht, aber dass er es auf seinem Zweitlingswerk weiterhin so durchziehen kann, ohne dass es langweilt, hat er nun auch bewiesen. Immer mal wieder wird Gesang mit in die harmonischen, leicht melancholischen Tracks gemischt und lockern dann das Album wieder ein bisschen auf. Sehr gediegenes Album!

Gold Panda – Good Luck And Do Your Best

Wenigstens mal kein so ein flaches Pop-Gedudel, sondern Disharmonie vom Feinsten. Verschiedenste Klänge, die miteinander kombiniert werden, stoßen sich ab, finden wieder zueinander. Klingt erst mal wirr – und so ist das Album auch ein wenig – aber es finden sich unglaublich gute Tracks auf der Scheibe.

The 1975 – I Like It When You Sleep, For You Are So Beautiful Yet So Unaware Of It

Zuerst mal Albumtitel des Jahres. Dann natürlich aber auch wieder ein Album, das das Rad nicht neu erfindet, ist der Sound doch immer noch ein wenig auf dem funky Gitarrenpop hängen geblieben. Aber irgendwie schaffen es die Briten dann doch, dass der ziemlich kitschige 80s-Pop mitreißt und nach dem zweiten oder dritten Mal durchhören hört man dann auch die Ernsthaftigkeit der Lyrics aus dem feingeschliffenen Pop heraus.

Mykki Blanco – Mykki

In der LGBTQI-Szene ist Mykki bereits seit längerem bekannt, da er sich offen als Transgender outet, sowie viele Mixtapes und EPs mit provokanten Texten (auch  in Bezug auf Sex und Drogen) veröffentlicht hat. Jedenfalls ist dieses Album ziemlich gut, denn er kombiniert verschiedene Sounds, ein wenig Trip Hop, verrückte Texte und macht aus seinen Musikvideos gute Kurzfilme.

Meine monatlichen Empfehlungen könnt ihr in meiner virtuellen Plattenkiste nachlesen.



Jenny
Wer?

Aufgewachsen in einer zugegebenermaßen recht unmusikalischen Familie fing ich früh mit dem Schlagzeug spielen an, das ich aber aus Platz- und Lärmgründen während meines Philosophiestudiums aufgeben musste. Seither beschäftige ich mich einfach passiv mit der Musik und versuche erst gar nicht mehr meinen Geschmack einzugrenzen, denn je mehr desto besser. Immer. Überall. Ich höre u.a. Musik von Beatsteaks, Chance Waters, Moop Mama, Ratatat, Dendemann, Miike Snow, Hein Cooper, Tüsn, LOT.


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