Arcade Fire Everything Now Album Cover

PLAYTIME! Arcade Fires Album „Everything Now“ | Release im Kino Babylon Berlin

Text: Anne Teuscher

Ganz spontan erfuhr ich, dass pünktlich zum Release am Freitag, den 28. Juli 2017, das neue Album von Arcade Fire quasi in der Nacht von Donnerstag zu Freitag im Kino Babylon am Rosa-Luxemburg-Platz präsentiert wird.

Da ich sie leider nicht in der Wuhlheide sehen und somit vorab keine weiteren neuen Songs lauschen konnte, beschloss ich als großer Fan der Band, mich ins Kino zu begeben und „Everything Now“ in dieser Form unter die Lupe zu nehmen.

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PLAYTIME: eine ganz besondere Veranstaltungsreihe

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Bis dahin wusste ich nicht, dass PLAYTIME, die Macher dieses Formates, immer wieder etwas in dieser Form präsentieren. Dies wurde 2014 von Marc Engenhart und Duc-Thi Bui gegründet. Die Intention dahinter ist, einem Musik-Album an einem besonderen Ort die volle Aufmerksamkeit zu schenken sowie genügend Zeit mitzubringen, um sich dem vollstens zu widmen. Ganz ohne Shuffle, Ablenkung oder sonstige alltägliche Belange. Die Botschaft ist also, sich ganz bewusst und mit voller Aufmerksamkeit einem Album lang zu widmen, was in der heutigen Zeit nicht immer selbstverständlich ist, da ein großer Musikkonsum „so nebenher“ stattfindet, woraus ich mich auch nicht ausschließen möchte.

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Angefangen haben die zwei in verschiedenen Locations im Stuttgarter Raum mit Jon Hopkins´Album „Immunity“. Seit letztem Jahr nun findet fast monatlich auch eine Veranstaltung in Berlin statt, bisher immer im Kino BABYLON.

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Mit dem goldenen Raumanzug ins Kino Babylon

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23:45 Uhr durften wir den anmutig schönen Kinosaal mit Rang betreten und meine Freundin und ich suchten uns ein nettes Plätzchen. Der gut gefüllte Saal wartete gespannt, wie es weitergeht. 00:00 Uhr schließlich verdunkelte sich der Saal und die Leinwand leuchtete auf. Was passierte nun? Es blieb geheimnisvoll.

Los ging es mit einem kurzen Stummfilm. In diesem war eine Person in einem goldenen Raumanzug zu sehen, welche eine vergoldete Platte mit sich herumtrug und durch Berlins Straßen lief oder mit den öffentlichen Verkehrsmitteln ihren Weg fortsetzte. Das Ziel war das Kino Babylon, die Person lief in einen Kinosaal und schwupps, war der Film zu Ende und die goldene „Raumanzug-Person“ spazierte an uns und den Sitzreihen vorbei, bis sie schließlich vorne stand. Begleitet wurde sie von den PLAYTIME-Veranstaltern, welche sich kurz vorstellten und uns nicht länger auf die Folter spannten. Ganz klassisch wurde das Album auf Vinyl abgespielt, inklusive „Scheibenwechsel“.

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Es ging jetzt also wirklich los – der Saal wurde wieder dunkel und es war mucksmäuschenstill. Das typische Geräusch der Schallplatte ertönte und der erste Song „Everything Now“, welcher mich immer etwas an ein Musical erinnert, lief auch schon. Ab dem dritten Song „Creature Comfort“ war ich dann wieder voll im Arcade-Fire-Fieber! Hierbei konnte ich nur mit dem Kopf im Takt wackeln und den Füßen wippen. Es schien jede_r für sich zu sein; ab und zu wurde sich ausgetauscht und dann wurden wieder die Augen geschlossen und die ganze Aufmerksamkeit ging erneut über zu dieser großartigen Band und den neuen Tönen.

Anfänglich hatte ich meine Bedenken, nachdem die erste Single „Everything Now“ des neuen Albums veröffentlicht wurde, da ich sie zunächst gewöhnungsbedürftig fand. Diese Gedanken waren schnell passé und es stieg in mir der Wunsch auf, sie nach drei Jahren wieder einmal sehen zu wollen.

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Everything Now: das große Durcheinander ergibt ein Ganzes

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Nun gut, zurück zum Album: insgesamt wurden in 47 Minuten und 11 Sekunden 12 1/2 Songs (am Anfang und am Ende kommen zwei kurze Fortsetzungen von Everything Now) präsentiert. Ich kann gar nicht sagen, welcher es mir besonders angetan hat – so gut wie alle waren auf ihre Art und Weise einfach toll! Beschreiben würde ich z.B. „Chemistry“ als luftig-locker, „Infinite Content“ als rockig, „Electric Blue“ als funky und schrill und „Good God Damn“ als lässig. „We Don´t Deserve Love“ ist zur Abwechslung eher ruhig und schon war das Album wieder vorbei und endete mit „Everything Now (continued) wie auch am Anfang.

Es kamen viele Synthies zum Einsatz und Win Butler´s sowie Régine Chassagne´s Stimme ergänzten sich immer wieder perfekt. Trotz dass ziemlich viel herumexperimentiert wurde, zogen sich gleichzeitig auch die typisch leichten Töne durch die Songs, aber auch rockige Klänge ließen sich vereinzelt entnehmen und die alten Arcades kamen zum Vorschein.

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Fazit: Es war ein Erlebnis der besonderen Art, was mich für eine tolle Band/Musiker_in abermals ins Kino ziehen würde. Die Idee von PLAYTIME finde ich super, da sich viele Musikliebhabende auf einem Fleckchen versammeln und sich bewusst der Musik gewidmet wird.

Und weil es so schön war und wir immer noch in Erinnerung schwelgen, hören wir uns die gute Platte gleich noch einmal zu Hause an.



Anne
Wer?

Wenn ich mal nicht auf einem Festival oder Konzert zu finden bin, kann ich durchaus gerade über einen Flohmarkt schlendern, mit meinem geliebten Drahtesel die Gegend erkunden, als Katzenmama fungieren oder einfach nur vor dem Laptop lümmeln und Serien schauen. Weshalb es mich hierher verschlagen hat, liegt vor allem daran, dass ich leidenschaftliche Konzert- und Festivalgängerin bin. Ich treibe mich z.B. auf dem Immergut, dem MS Dockville oder auch dem Skandalös rum. Hingezogen fühle ich mich zu Bands und KünstlerInnen wie Balthazar, Say Yes Dog, Kakkmaddafakka, Bombay, Golf, José Gonzalez, Charlie Cunningham, Whilk and Misky, Lost Under Heaven, Portugal. The Man, Metronomy, Royal Blood, Florence and the Machine, Cold War Kids und Chet Faker alias Nick Murphy. Dies ist nur eine klitzekleine Auswahl und lässt sich locker noch fünf Seiten weiterspinnen. In dieser Sparte werdet ihr also das eine oder andere Mal etwas von mir hören, was ich euch nicht vorenthalten möchte.


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